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Brauner Zucker

Brauner Zucker

Eine oftmals beliebte Variante zum klassischen Kristallzucker stellt der braune Zucker dar. Neben seinen feineren, karamelligen Noten wird ihm häufig nachgesagt, dass er durch seine weniger industrielle Verarbeitung auch bessere Eigenschaften besitzen soll.

 


 

Namen und Synonyme

DE: Brauner Zucker, Rohzucker
EN: Brown Sugar
FR: Sucre brun
ES: Azúcar moreno

 


 

Aussehen und Merkmale

Brauner Zucker beziehungsweise Rohrzucker ist an seiner karamelligen, hellgoldenen, hellbraunen bis dunkelbraunen Farbe zu erkennen. 

Merkmale_Rohzucker

Er ist sowohl grobkörnig als auch in würfelförmiger Pressung erhältlich. 

In seiner Süßkraft entspricht er dem weißen Zucker, besitzt jedoch zusätzlich ausgeprägte Karamellnoten.

 


 

Herkunft und Geschichte

Auch brauner Zucker stammt aus denselben Ausgangspflanzen wie Kristall- oder Haushaltszucker, nämlich aus Zuckerrohr und Zuckerrüben. 

Sein Ursprung liegt ebenfalls in den pazifischen Regionen Polynesiens und er galt über lange Zeit als reines Luxusgut. 

Erst mit der industriellen Zuckerherstellung in Europa wurde brauner Zucker in größerem Umfang produziert und der breiten Bevölkerung zugänglich gemacht.

 


 

Anbau und Ernte

Wie auch Kristallzucker kann brauner Zucker sowohl aus Zuckerrohr als auch aus Zuckerrüben hergestellt werden. 

Der Vollständigkeit halber wird hier auf die Zuckerrübe Bezug genommen. 

Der botanische Name der Zuckerrübe lautet Beta vulgaris und gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse

Zuckerrüben benötigen für den Anbau tiefgründige Lehm- und Lössböden mit einem hohen Nährstoffgehalt.

Die Aussaat der Zuckerrüben erfolgt in Mitteleuropa in der Regel zwischen März und Mai und die Ernte findet zwischen September und Dezember statt. 

Während die Ernte früher überwiegend in Handarbeit durchgeführt wurde, kommen heute nahezu ausschließlich maschinelle Verfahren zum Einsatz.

Nach der Ernte werden die Rüben gewaschen und zerkleinert. In speziellen Extraktionstürmen werden die Rüben aufgekocht, wodurch der Zucker mithilfe von Wasser aus dem Pflanzengewebe gelöst wird. 

Die entstandene Zuckerlösung wird anschließend eingekocht, bis sich erste Zuckerkristalle bilden. 

Beim Rohzucker werden die Zuckerkristalle nicht vollständig von der Melasse getrennt. Im Gegensatz zum raffinierten Zucker erfolgt kein erneutes Aufkochen und Zentrifugieren, wodurch der Melasseanteil erhalten bleibt. 

Dieser ist verantwortlich für die dunklere, karamellige Farbe sowie das typische Aroma des braunen Zuckers.

 


 

Geschmack und Aromaprofil

Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Saccharide, Furane sowie phenolische Verbindungen, und sie sind überwiegend wasserlöslich sowie gut alkohollöslich.

Charakteristik: weniger extrem süß, wärmer und runder, mit ausgeprägten karamelligen Noten und leichten Bittertönen im Hintergrund.

 


 

Wirkung und Wissenswertes

Rohzucker kann sowohl aus Zuckerrohr als auch aus Zuckerrüben hergestellt werden. 

Es handelt sich dabei ebenfalls um aufbereiteten Zucker, der jedoch noch einen Melasseanteil enthält. 

Sowohl Rohzucker als auch weißer Zucker besitzen eine hohe Fähigkeit zur Feuchtigkeitsbindung, was insbesondere bei der Lagerung berücksichtigt werden sollte.

Das verbreitete Volksmärchen, dass Rohrzucker grundsätzlich gesünder oder besser sei als raffinierter weißer Zucker, lässt sich nicht bestätigen. 

Beide Zuckerarten werden auf sehr ähnliche Weise hergestellt, wobei beim Rohrzucker lediglich ein weiterer Raffinationsschritt entfällt.

 


 

Lagerung und Hinweise

Zucker sollte kühl, trocken sowie luft- und feuchtigkeitsgeschützt gelagert werden. 

Besonders wichtig ist eine aromadichte Verschließung, um das Anziehen von Schädlingen zu vermeiden. 

Aufgrund seiner stark feuchtigkeitsziehenden Eigenschaften muss zudem konsequent auf Feuchtigkeitsschutz geachtet werden, da Zucker ansonsten schnell verklumpt. 

Abgesehen davon ist Zucker nahezu unbegrenzt haltbar.

 


 

Verwendung

Verwendet wird der rohe braune Zucker in Form von Zuckerkristallen. 

Besonders aufgrund seiner karamelligen Noten ist brauner Zucker in Süßspeisen sehr beliebt, unter anderem beim klassischen Crème-brûlée-Dessert. 

Generell findet er vor allem Verwendung in Desserts und Getränken wie Mojito oder Caipirinha.

Darüber hinaus profitieren auch deftige Speisen, insbesondere scharfe Saucen, von seinen karamelligen Aromen. Auch Schweinefleisch harmoniert sehr gut mit braunem Zucker, beispielsweise zur Zubereitung von Marinaden oder Rubs.

 


 

Partner und Aromapairing

Gute Gewürzpartner: Vanille, Zimt, Süßholz, Kardamom, schwarzer Kardamom, Ingwer, Galgant, Kakao, Chili, Pfeffer, Piment, Basilikum, Minze.

Ideale Zutatenpartner: Milchprodukte wie Sahne, Milch und Quark, Gemüse wie Knoblauch, Zwiebel und Tomate, Früchte wie Banane, Apfel und Birne, Zitrusfrüchte wie Limette sowie Fleisch, insbesondere Schweinefleisch.

 


 

Tipps für Maximum Flavor

Da die prägenden Aromaverbindungen des braunen Zuckers überwiegend wasserlöslich, aber auch alkohollöslich.

Er eignet er sich besonders gut für Gewürzmischungen und Anwendungen mit karamelligen Röstaromen. Durch seinen Melasseanteil entfaltet er ein warmes, tiefes Geschmacksprofil.

Gleichzeitig sollte brauner Zucker nicht zu stark erhitzt werden, da er schneller verbrennt als weißer Zucker. 

Zu hohe Temperaturen führen rasch zu unangenehmen Bitter- und Röstaromen. 

In moderater Hitze kann brauner Zucker jedoch zur Herstellung eines Karamells verwendet werden, etwa zur Erzeugung eines Zuckerkolörs zum Nachdunkeln von Saucen. 

Dabei ist darauf zu achten, dass keine zu hohe Hitze entsteht, da das Ergebnis sonst ungenießbar bitter wird.

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