Thai-Basilikum
In der Familie des Basilikums gibt es weit über sechzig bekannte Arten und Varietäten, die sich teils deutlich in Aroma, Verwendung und Eigenschaften unterscheiden. Eine davon ist der Thai-Basilikum, der sich durch ein eigenständiges, warm-würziges Aromaprofil klar vom europäischen Basilikum abgrenzt.
Namen und Synonyme
DE: Thai-Basilikum, Horapa
EN: Thai basil
FR: basilic thaï
ES: albahaca tailandesa
Aussehen und Merkmale

Im Vergleich zum Basilikum Genovese besitzt der Thai-Basilikum schmalere, spitz zulaufende Blätter mit matter, glatter Oberfläche und deutlich sichtbarer Aderstruktur.
Charakteristisch sind zudem die rötlich gefärbten Stängel sowie die rot bis violett gefärbten Blütenstände, die ihm ein insgesamt dunkleres Erscheinungsbild verleihen.
Herkunft und Geschichte
Der Ursprung des Urbasilikums wird in Indien vermutet. Von dort aus entwickelten sich insbesondere in Südostasien zahlreiche Unterarten und Kreuzungen, z.B. der Thai-Basilikum stammt aus den tropischen Regionen Südostasiens, vor allem aus Thailand, Vietnam und Laos, wo er bis heute ein fester Bestandteil der regionalen Küche ist.
Anbau und Ernte
Der botanische Name des Gewürzes lautet Ocimum basilicum var. thyrsiflora und gehört zur Familie der Lippenblütler.
Thai-Basilikum wächst krautig und erreicht eine Höhe von etwa 40 bis 80 Zentimetern. In tropischen Klimazonen kann er mehrjährig wachsen, ist jedoch nicht winterhart.
Typisch sind seine violetten, traubenartig angeordneten Blüten, die sich während der Wachstumsphase ausbilden.
Geschmack und Aromaprofil
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Estragol, Eugenol, Ocimen und Bergamotten, und sie sind sehr gut fett- und alkohollöslich.
Charakteristik: lakritzig, anisartig, leicht pfeffrig und würzig-wärmend beschrieben und weist eine deutlich intensivere, tiefer strukturierte Aromatik auf.
Thai-Basilikum unterscheidet sich deutlich vom Genovese-Basilikum.
Wirkung und Wissenswertes
Unter der Bezeichnung Thai-Basilikum werden mehrere Varianten zusammengefasst, darunter Horapa, Maenglak, Kaprao und Sorten wie Siam Queen.
Diese besitzen eine ähnliche aromatische Grundstruktur, unterscheiden sich jedoch in Intensität und Nuancen.
Charakteristisch ist ihre Nähe zu Nelken-, Anis- und Lakritzaromen, teils mit zitrischen Anklängen.
Im Gegensatz zum Genovese-Basilikum ist Thai-Basilikum vergleichsweise hitzestabil und eignet sich daher besser zum Mitkochen.
Lagerung und Hinweise
Thai-Basilikum sollte möglichst frisch verwendet werden.
Er lässt sich feucht eingeschlagen und kühl gelagert mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahren.
Zum Trocknen eignet er sich nicht, da dabei ein Großteil des Aromas verloren geht. Alternativ kann er eingefroren oder durch Extraktion in Ölen konserviert werden.
Verwendung
Verwendet werden die Blätter und Blüten des Thai-Basilikums.
Er findet Einsatz in Saucen und Suppen der thailändischen und vietnamesischen Küche, in Salaten und Getränken sowie bei gebratenem Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten und Wok-Gerichten.
Partner und Aromapairing
Gute Gewürzpartner: Genoveser Basilikum, Estragon, Nelken, Piment, Pfeffer, Muskatnuss, Muskatblüte, Bergamotte, Chili, Knoblauch, Ingwer, Galgant, Koriander, Szechuan, Sansho, Süßholz, Zimt.
Ideale Zutatenpartner: Kokosmilch, Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel, dunkles Fleisch, Gemüse, Zucchini, Gurken, Tomaten, Auberginen, Zwiebeln, Pilze, Bohnen, Nudeln und Reisgerichte.
Tipps für Maximum Flavor
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind gut fett- und alkohollöslich.
Thai-Basilikum ist hitzebeständiger als Genovese-Basilikum und kann moderat mitgekocht werden, sollte jedoch nicht zu lange erhitzt werden.
Ideal ist eine spätere Zugabe oder ein sanftes Infundieren. Frisch geschnitten eignet er sich hervorragend als Topping oder zum Unterheben in Salaten.
In fettigen Medien entfaltet er sein volles Aroma, weshalb auch ein Ölauszug sehr gut funktioniert.
Ein kräftiger Anisduft beim Zerreiben der Blätter gilt als klares Qualitätsmerkmal für einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen.