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Dillsamen

Dillsamen

Neben dem allseits bekannten Dillkraut werden auch die Samen der Dillpflanze verwendet. Diese werden als Dillsamen oder schlicht Dill bezeichnet und unterscheiden sich geschmacklich deutlich vom frischen Kraut. Während Dillkraut für Frische steht, bringen Dillsamen Tiefe, Wärme und Würze – besonders dort, wo längere Garzeiten gefragt sind.

 

Name und Synonyme

Dillsamen sind unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt:

DE: Gartendill, Gemeiner Dill, Dillsaat
EN: Garden Dill, Meeting Seed, Deill Seed
FR: Fenouil bâtard, graines d'aneth
ES: Eneldo, semillas de eneldo

 

Aussehen und Merkmale

Dillsamen weisen folgende typische Merkmale auf:

 

Merkmale_Dillsaat

  • ovale Form

  • braun-beige Farbe

  • Größe bis ca. 5 mm

  • linsenförmige Spalten

  • können leicht mit Fenchelsamen verwechselt werden

Im Ganzen besitzen die Samen kaum wahrnehmbares Aroma – dieses entfaltet sich erst nach dem Zerstoßen oder Rösten.

 

Herkunft und Geschichte

Dillsamen wurden vermutlich bereits vor rund 3.000 Jahren im alten Ägypten verwendet. Auch Griechen und andere europäische Kulturen kannten sie früh, zunächst vor allem als medizinisches Mittel.
Ihre kulinarische Bedeutung entwickelte sich besonders in Skandinavien und Osteuropa, wo sie traditionell zum Aromatisieren von Eingelegtem und Essigen eingesetzt wurden.

 

Anbau und Ernte

Dillsamen stammen von derselben Pflanze wie Dillkraut.mit dem Botanischer Namen Anethum graveolens aus der Familie der Doldenblütler

  • Ernte erfolgt nach der Blüte

  • Samen reifen und trocknen zunächst am Stängel

  • anschließend werden sie aus den Blütenständen gedroschen

Heutige Hauptanbaugebiete sind:

Indien, Pakistan, USA, südöstlicher Mittelmeerraum

Geschmack und Aromaprofil

Die prägende Aromaverbindung ist – wie beim Dillkraut  D-Carvon ein Terpen

Im Vergleich zum Kraut sind Dillsamen:

bitterer, holziger, wärmer, mit leichten Zitrusnoten, deutlich stärkerem Kümmelcharakter

Geschmacklich lassen sie sich als Mischung aus Anis und mildem Kümmel einordnen.

 

Wirkung und Wissenswertes

Der Name „Dill“ stammt vermutlich aus dem Altnordischen „dilla“ und bedeutet so viel wie beschwichtigend – ein Hinweis auf seine frühe Nutzung als Heilpflanze.
Die botanische Bezeichnung Anethum steht in Beziehung zu Anis, während graveolens „stark riechend“ bedeutet.

Weitere interessante Fakten:

  • In den USA heißen Dillsamen „Meeting Seed“, da Pioniere ihren Kindern die Samen zum Kauen gaben, um sie während langer Gottesdienste ruhig zu halten

  • Dillsamen eignen sich hervorragend zur Teezubereitung

  • Dilltee mit Dillsaat wirkt traditionell
    blähungswidrig, magenschmerzlindernd, entkrampfend

  • Dilltee mit Honig gilt zudem als
    schlaffördernd, hilfreich bei Schnupfen

Lagerung und Hinweise

Im Gegensatz zum Dillkraut sind Dillsamen sehr gut lagerfähig:

trocken, kühl, dunkel, luftdicht verschlossen

So behalten sie ihr Aroma über lange Zeit.

Verwendung

Dillsamen eignen sich besonders gut für Gerichte mit längerer Garzeit:

  • zum Auskochen in Fonds und Eintöpfen

  • Fischgerichte, eingelegtes Gemüse, Eintöpfe wie Gulasch, Fladenbrote

Sie liefern Würze und Tiefe, ohne flüchtig zu sein.

 

Partner und Aromapairing

Gute Gewürzpartner:

Kümmel, Fenchel, Anis, Dillkraut, Kardamom, Ingwer, Piment, Sternanis

 

Tipps für Maximum Flavor

Das prägende Aroma der D-Carvon Terpene sind Fett & Alkohollöslich

  • Dillsamen trocken rösten /zwischen 130-180C°), um die ätherischen Öle zu aktivieren

  • anschließend grob zerstoßen oder ganz mitkochen

  • ideal für Fonds, Eintöpfe und Fette Flüssigkeiten

Länger in Saurem oder Alkoholhaltigen einlegen, da die Säure & Alkohol das Aroma ideal extrahiert (Gewürzgurken, usw)

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