Duftpelargonie
Die Duftpelargonie ist vor allem als Zierpflanze aus Blumengärten und von Balkonen bekannt. Neben ihren dekorativen Blüten besitzt sie jedoch ein breites Spektrum an eigenständigen, teils überraschend komplexen Aromen und findet damit auch in der Küche ihre Anwendung.
Namen und Synonyme
DE: Duftgeranie, Rosenkraut, Gurkenkraut, Brennende Liebe
EN: Geranium, Pelargonium
FR: Géranium à odeur
ES: Geranio oloroso
Aussehen und Merkmale
Das Erscheinungsbild variiert stark je nach Unterart.

Allgemein zeichnen sich Duftpelargonien durch farbenprächtige Blüten aus, die von Rot über Blau bis Gelb reichen können.
Die Blätter sind dunkelgrün und oftmals leicht behaart.
Charakteristisch ist ihr intensiver Duft, der bereits bei leichter Berührung freigesetzt wird. Die Blattform und -struktur unterscheiden sich je nach Sorte deutlich.
Herkunft und Geschichte
Ursprünglich stammen Duftpelargonien vermutlich aus Südafrika. Im Jahr 1690 gelangten erste Vertreter dieser Pflanzenart durch englische Expeditionen nach Europa.
Besonders in Großbritannien erfreuten sie sich im 18. und 19. Jahrhundert großer Beliebtheit, wo zahlreiche Züchtungen und Unterarten entstanden.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurden sie auch in Frankreich kultiviert und verbreiteten sich von dort aus in ganz Europa.
In der Neuzeit zierten sie zahlreiche Balkone, Bauerngärten und Hausgärten und wurden geschätzt, da sie im Gartenbau helfen, Schädlinge fernzuhalten.
Trotz ihrer aromatischen Vielfalt wird sie in der Küche vergleichsweise selten genutzt.
Anbau und Ernte
Der botanische Name der Duftpelargonien lautet Pelargonium und sie gehören zur Familie der Storchschnabelgewächse.
Die Pflanzen erreichen in der Regel eine Höhe von bis zu 40 Zentimetern. Sie sind nicht winterhart und müssen in kälteren Regionen über den Winter frostfrei, häufig in dunklen Kellerräumen, gelagert werden.
Je nach Unterart unterscheiden sich Blütenfarbe, Blütengröße und Blattstruktur erheblich.
Geschmack und Aromaprofil
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Geraniol, Linalool, Nerol, Citronellol sowie weitere ätherische Öle, und sie sind fett- und alkohollöslich.
Die Charakteristik variiert je nach Unterart stark. Das Spektrum reicht von rosig-floral über zitronig-frisch bis hin zu zimtigen, schokoladigen, pfeffrigen oder minzigen Noten.
Die Aromatik ist intensiv und kann bei zu hoher Dosierung schnell dominant wirken.
Wirkung und Wissenswertes
In der Volksmedizin wurden Duftgeranienblätter unter anderem bei Durchfall eingesetzt, während Extrakte aus den Wurzeln zur Stärkung des Immunsystems dienen sollten.
Dem Duft werden zudem beruhigende und spannungslösende Eigenschaften zugeschrieben.
Das ätherische Öl Geraniol wird intensiv in der Parfüm- und Seifenherstellung verwendet.
Es existieren zahlreiche Unterarten wie Apfelduftpelargonie, Pfefferminzgeranie, Rosengeranie oder Zitronengeranie, die jeweils eine eigene aromatische Prägung besitzen.
Lagerung und Hinweise
Blüten und Blätter sollten idealerweise frisch verwendet werden, da beim Trocknen ein Großteil der ätherischen Öle verloren geht.
Getrocknet sind sie mehrere Monate haltbar, jedoch mit deutlich reduzierter Aromaintensität.
Getrocknete Ware sollte kühl, trocken, luftgeschützt, lichtgeschützt und feuchtigkeitsgeschützt gelagert werden.
Zur Lagerung frisch geschnittener Blätter empfiehlt sich eine feuchte Umhüllung im Kühlschrank.
Verwendung
Verwendet werden hauptsächlich die Blätter der Duftpelargonie, während die Blüten vor allem als Garnitur dienen.
Sie aromatisieren Schnäpse, Sirupe, Gebäck, Getränke, Salate, Süßspeisen sowie Konfitüren und Marmeladen. Aufgrund ihrer intensiven Duftstoffe werden sie meist nur in kleinen Mengen eingesetzt.
Partner und Aromapairing
Gute Gewürzpartner: Muskatnuss, Wacholder, Mohnpfeffer, Lorbeer, Zitronengras, Tamarinde, Szechuanpfeffer, Ingwer, Zimt, Zitruszesten, Muskatblüte, Pfeffer, Kardamom.
Ideale Zutatenpartner: Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Steinobst, Sahne, Joghurt, Frischkäse, Butter, Fisch, Meeresfrüchte, Salate.
Tipps für Maximum Flavor
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind fett- und alkohollöslich.
Duftpelargonien sollten dezent dosiert werden, da ihr hoher Geraniolgehalt schnell eine seifige Aromatik erzeugen kann.
Besonders geeignet ist eine sanfte Infusion in Öl, Sirup oder fettigen Flüssigkeiten wie etwas Milch unter moderater Erwärmung, um die Aromen gezielt zu extrahieren.
Ein zu starkes oder langes Kochen führt dazu, dass die feinen rosigen, zitronigen, minzigen oder zimtigen Nuancen verloren gehen.
Idealerweise werden heiße Speisen kurz vor der Fertigstellung mit den Blättern parfümiert.
Für Salate können Blätter und Blüten frisch untergehoben oder als Topping verwendet werden.