Boldo
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Boldo ist ein Laubgewächs und eine Würzpflanze, die dem Lorbeer sehr ähnelt und die in Südamerika in der Volksmedizin und in der Küche tief verankert ist, jedoch bei uns noch kaum bekannt ist.
Namen und Synonyme
DE: Boldo, Boldo-Blätter
EN: Boldo, Boldo Leaf
FR: Boldo
ES: Boldo
Aussehen und Merkmale

Die Boldo-Blätter erinnern im ersten Blick an Lorbeer. Sie sind blau bis bläulich-grün gefärbt, eiförmig ausgeprägt und besitzen eine ledrige Blattstruktur.
Die Blätter sind stark duftend und lassen sich an ihrer charakteristischen, gepunkteten und warzenartigen Oberfläche gut erkennen.
Herkunft und Geschichte
Boldo ist in der südamerikanischen Geschichte seit mehreren Jahrtausenden bekannt und wurde sowohl als traditionelle Heilpflanze als auch als Würzpflanze verwendet.
Sein Ursprung liegt in Südamerika, vermutlich im Süden Chiles. Besonders die indigenen Mapuche nutzten Boldo traditionell bei Darmbeschwerden, Kopfschmerzen und Entzündungen.
Erst im 19. Jahrhundert wurde Boldo durch europäische Entdecker wahrgenommen, blieb jedoch ein Nischenprodukt im Export.
Obwohl er heute auch im Mittelmeerraum und in Nordafrika wild wächst, ist Boldo in der Kulinarik weiterhin vergleichsweise unbekannt.
Anbau und Ernte
Der botanische Name des Gewürzes lautet Peumus boldus und gehört zur Familie der Monimiengewächse.
Boldo wächst als buschiger, immergrüner Strauch und kann eine Höhe von bis zu sechs Metern erreichen. Er bildet eiförmige, aromatische Blätter aus, die aufgrund der immergrünen Eigenschaft ganzjährig geerntet werden können.
Hauptanbaugebiet ist weiterhin Südamerika, zunehmend findet man Boldo jedoch auch in Nordafrika und im Mittelmeerraum.
Geschmack und Aromaprofil
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Cineol, Thymen und Terpineol, und sie sind fettlöslich sowie sehr gut alkohollöslich.
Charakteristik: würzig und kampferartig, mit deutlich menthol- und eukalyptusähnlichen Aromen, feine, aber wahrnehmbare Bitternoten
Wirkung und Wissenswertes
Boldo ist bis heute ein fester Bestandteil der Naturheilkunde in Chile. Traditionell wird er bei Magen-Darm-Beschwerden, rheumatischen Beschwerden und Entzündungen eingesetzt. Ebenso findet er Anwendung bei Problemen mit Leber und Galle.
Ihm werden krampflösende, verdauungsfördernde und gallentreibende Eigenschaften zugeschrieben.
Aufgrund bestimmter toxischer ätherischer Öle ist jedoch von einer langfristigen oder hochdosierten Einnahme abzuraten.
Lagerung und Hinweise
Getrocknete Boldo-Blätter können ähnlich wie Lorbeer über mehrere Monate gelagert werden.
Für eine optimale Haltbarkeit sollten sie kühl, trocken, luftgeschützt, lichtgeschützt und feuchtigkeitsgeschützt aufbewahrt werden.
Verwendung
Verwendet werden hauptsächlich die getrockneten und frischen Blätter, seltener auch die Rinde.
Die Blätter finden Einsatz in Saucen, Suppen, Gemüsegerichten sowie bei Fisch- und Meeresfrüchtegerichten. Darüber hinaus wird Boldo auch zur Zubereitung von Tee verwendet.
Partner und Aromapairing
Gute Gewürzpartner: grüner Kardamom, schwarzer Kardamom, schwarzer Pfeffer, Zitrusschalen, Lorbeer, Koriander, Wacholder, Szechuanpfeffer, japanischer Bergpfeffer, Muskatblüte, Chili, Ingwer, Galgant, Salbei, Rosmarin, Kümmel.
Ideale Zutatenpartner: dunkles Fleisch wie Lamm und Rind, Wild wie Ente und Reh, Fisch und Meeresfrüchte, Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Linsen und Bohnen, Wurzelgemüse wie Karotten und Pastinaken, Zwiebeln und Knoblauch.
Tipps für Maximum Flavor
Die hauptprägenden Aromen sind fett- und alkohollöslich.
Boldo kann ähnlich wie Lorbeer eingesetzt werden. Für eine maximale Aromaextraktion empfiehlt sich ein kurzes, sanftes Mitanrösten ohne Bräunung, um die Blattoberfläche aufzubrechen und die ätherischen Öle freizusetzen.
Anschließend kann er mitgekocht werden, insbesondere in fettigen Medien wie Suppen und Saucen.
Im Gegensatz zu Lorbeer besitzt Boldo jedoch ausgeprägtere Bitternoten, weshalb eine kürzere Gar- oder Ziehzeit empfehlenswert ist, um die Bitterkeit gezielt zu steuern.