Engelwurz / Angelika
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Engelwurz ist ein traditionsreiches Gewürz- und Heilkraut mit jahrhundertealter Bedeutung in Europa. Neben seiner starken Rolle in der Volksmedizin wird er auch kulinarisch für seine komplexe, würzig-süßliche Aromatik geschätzt.
Namen und Synonyme
DE: Engelwurz, Angelika, Brustwurz, Engelskraut, Erzengelwurz, Giftwurz, Läusekraut, Wurzel des Heiligen Geistes
EN: Angelica, Archangel
FR: Archangélique
ES: Angelica
Aussehen und Merkmale
Die Blätter sind eiförmig bis oval, ein- bis zweigefiedert und an den Rändern fein gezahnt.

Blätter und Blüten sind hellgrün, der Stängel grün gefärbt und hohl.
Die Pflanze erreicht eine imposante Größe und verströmt bereits im frischen Zustand ein intensives Aroma.
Herkunft und Geschichte
Der Engelwurz stammt vermutlich aus dem nördlichen Europa und ist auch in Mittel- und Osteuropa verbreitet.
Bereits im Mittelalter galt er als heiliges Heilkraut. Ihm wurden schützende und heilende Kräfte zugeschrieben, die laut Überlieferung vom Erzengel Gabriel stammen sollen.
Während der Pestzeit um 1510 wurde Engelwurz als wirksames Schutzmittel angesehen.
Seit dem 14. Jahrhundert wird er gemeinsam mit Petersilie auch in Deutschland kultiviert.
Bis heute ist er sowohl in der Naturheilkunde als auch in der Küche fest verankert.
Anbau und Ernte
Der botanischer Name des Engelwurz ist Angelica archangelica und gehört zur Familie: der Doldenblütler
Engelwurz wächst bevorzugt an feuchten Standorten wie Wiesen und Ufern.
Er ist mehrjährig und kann eine Höhe von bis zu 2–3 Metern erreichen und von Juli bis September ist Blütezeit.
Geschmack und Aromaprofil
Die hauptprägende Aromaverbindungen in Engelwurz sind Pinen, Limonen, Cymen, Caryophyllen welche sehr gut fettlöslich & alkohollöslich sind
Charakteristik: zunächst süßlich und fruchtig (apfelähnlich), danach würzig-aromatisch mit einer spürbaren Bitterkeit.
Wirkung und Wissenswertes
In der Naturheilkunde werden dem Engelwurz vielerlei Wirkungen nachgesagt und besitzt hier einen hohen Stellenwert So soll er, entgiftend, appetitanregend ,nervenstärkend wirken sowie die Verdauung fördern und entkrampfen sein
Der Name Brustwurz leitet sich von seinen auswurffördernden Eigenschaften ab.
Engelwurz kann zur Säurebalance eingesetzt werden, z. B. bei Rhabarberkompott, wodurch kaum zusätzlicher Zucker nötig ist.
Ein übermäßiger Verzehr kann zu erhöhter Lichtempfindlichkeit führen.
Achtung: In freier Natur besteht eine hohe Verwechslungsgefahr mit dem hochgiftigen Wasserschierling.
Der Waldengelwurz ist verwandt, jedoch deutlich weniger aromatisch, erkennbar an seinem rötlichen Stängel.
Lagerung und Haltbarkeit
Frische Engelwurz kann feucht eingeschlagen mehrere Tage im Kühlschrank gelagert werden.
Eine Trocknung der Blätter und Stängel ist nicht empfehlenswert.
Die Wurzeln können hingegen getrocknet werden.
Verwendung
Verwendet werden die Blätter, Stängel, Blüten und Wurzeln.
Blätter und Stängel eignen sich für, Salate, Suppen, Soßen, Aufstriche, als Gemüsezutat
Die Wurzeln werden vor allem zur Herstellung von Extrakten und Kräuterlikören verwendet.
In Frankreich und Österreich werden Stängel und Blätter traditionell kandiert und in der Patisserie eingesetzt.
Partner und Aromapairing
Gute Gewürzpartner:
Kardamom, Zitronenzesten, weißer Pfeffer, schwarzer Pfeffer, Wacholder, Koriander, Piment, Zimt, Vanille
Geeignete Zutatenpartner:
Äpfel, Rhabarber, Beeren, Salate, Fisch, Meeresfrüchte, Wild, Rind, Milchprodukte (Joghurt, Quark, Sauerrahm, Käse), Wurzelgemüse
Tipps für Maximum Flavor
Die Aromastoffe der Engelwurz sind fett- und alkohollöslich.
Für maximalen Geschmack junge, frische Blätter sparsam einsetzen. Ideal um Saure-Fruchtige Salate zu balancieren.
Blätter und Stängel können kurz in Butter geschwenkt werden um die Aromen voll zu entfalten, sollten jedoch nicht stark erhitzt werden, da sonst Aromen verfliegen.
Sehr gut geeignet sind Alkohol- oder Sirupextrakte zur gezielten Aromatisierung kräftiger Gerichte und Soßen.