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Galgant

Galgant

Die stark an Ingwer erinnernde Wurzel Galgant ist ein zentraler Aromaträger der asiatischen Küche. Bereits im Mittelalter war Galgant in Europa bekannt, unter anderem durch Hildegard von Bingen, die ihn als Heil- und Gewürzpflanze schätzte.

 

Namen und Synonyme

DE: Galgant, Thai-Ingwer, Galgantwurzel, Fieberwurzel, Echter Galgant, Lauswurz, Wilder Ingwer, Sandingwer
EN: Chinese ginger, Lesser galangal, Java ginger
FR: galanga, galanga de chine, petit galanga
ES: galanga chino

 

Aussehen und Merkmale

Merkmale_Galgant

Frischer Galgant ähnelt optisch stark dem Ingwer. Es handelt sich um etwa 1–4 cm dicke Rhizome mit dunklen Querringen auf der Schale. 

Die Außenfarbe reicht von blassgelb bis rötlich, das Innere ist hellgelb bis elfenbeinfarben. 

Getrocknet ist Galgant geschnitten oder gemahlen erhältlich und zeigt dann ein intensiveres Gelb bis Orange.

 

Herkunft und Geschichte

Galgant wurde bereits im alten Ägypten und im antiken Rom verwendet. Die Ägypter nutzten ihn zur Luftreinigung und Aromatisierung, die Römer stellten daraus medizinische Tinkturen und Pasten her. 

Im Mittelalter erlangte Galgant in Europa erneut Bedeutung, insbesondere durch Hildegard von Bingen, die ihn in zahlreichen Heilrezepturen erwähnte. 

Heute ist Galgant fester Bestandteil der südostasiatischen Küche und vor allem in Asien weit verbreitet.

 

Anbau und Ernte

Der botanische Name von Galgant ist Alpinia galanga & er gehört zur Familie der Ingwergewächse. 

Die Pflanze wächst bis zu zu 2,5 Meter hoch werden, dabei werden werden ausschließlich die Rhizome verwendet.

Bereits drei bis vier Monate nach der Pflanzung ist eine erste Ernte möglich, anschließend erfolgt meist eine jährliche Ernte. 

Nach der Ernte werden die Rhizome gewaschen und je nach Verwendung frisch verkauft, geschnitten, getrocknet, geschrotet oder gemahlen. 

Ursprünglich ist Galgant auf der indonesischen Insel Java beheimatet, wird heute jedoch in ganz Südostasien angebaut, insbesondere in Thailand, Bangladesch, China, Indien, Suriname und Indonesien.

 

Geschmack und Aromaprofil

Die prägende Aromaverbindung ist Cineol, ergänzt durch Kampfer und Alpha-Fenchol. Diese Aromastoffe sind fettlöslich.

Charakteristik:
Frisch: Wärmend, stechend, pfeffrig-scharf, leicht brennend und erdig. Frischer Galgant erinnert stark an Ingwer mit klarer Schärfe, 

Getrocknet: milder, süßlich-würzig mit feinen Zimtnoten.

 

Wirkung und Wissenswertes

In der Naturheilkunde gilt Galgant als appetitanregend und entzündungshemmend. 

Er wird in der ayurvedischen Medizin bei Magenbeschwerden, Fieber, Schnupfen sowie Lungen- und Halskrankheiten eingesetzt und soll nervenstärkend wirken. 

Galgant wird meist in zwei Unterarten kultiviert (großer und kleiner Galgant), die im Handel jedoch selten unterschieden werden. 

Aufgrund des enthaltenen Cineols aktiviert Galgant kühlende Rezeptoren im Mund und wirkt trotz Schärfe leicht kühlend. 

Gemahlener Galgant ist deutlich “härter” – als Faustregel gilt etwa die halbe Menge im Vergleich zu frischem Galgant.

 

Lagerung und Hinweise

Frischer Galgant lässt sich im Kühlschrank mehrere Tage bis Wochen lagern, sollte jedoch möglichst frisch verwendet werden.

Getrockneter oder gemahlener Galgant ist länger haltbar, verliert jedoch insbesondere als Pulver relativ schnell an Aroma. 

Generell trocken, kühl, luft- und lichtgeschützt lagern.

 

Verwendung

Verwendet werden die Rhizome, frisch, getrocknet, geschnitten oder gemahlen. 

Galgant ist essenziell für Currypasten, asiatische Suppen, Eintöpfe und Schmorgerichte. Zudem eignet er sich für Tees und aromatische Getränke. 

Auch in Süßspeisen und Desserts wie Kuchen, Cremes oder Gebäck kann Galgant – sparsam eingesetzt – elegante, wärmende Zitrus-Aromen beisteuern.

 

Partner und Aromapairing

Gute Gewürzpartner:
Chili, Ingwer, grüner und schwarzer Kardamom, Zitronengras, Kaffirlimette, Zimt, Nelke, Koriander.

Ideale Zutatenpartner:
Kokosnuss und Kokosmilch, Fisch und Schalentiere, Rind, Hähnchen, Lamm, verschiedene Früchte sowie Süßspeisen.

 

Tipps für Maximum Flavor

Die prägende Aromaverbindung ist Cineol, ergänzt durch Kampfer und Alpha-Fenchol. Diese Aromastoffe sind fettlöslich.

Frischer Galgant sollte möglichst frisch gerieben oder zu einer Paste verarbeitet werden, da so die Zellstruktur aufgebrochen wird und sich die fettlöslichen Aromen optimal entfalten. 

Geschnittener Galgant gibt seine Aromen langsamer ab und sollte früh in fetthaltige Flüssigkeiten gegeben werden. 

Gemahlener Galgant besitzt deutlich weniger Frische und eignet sich eher für längere Garprozesse oder als ergänzende Würze.

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