Goldmelisse/Bergamot
Die Goldmelisse ist eine Unterart der Melissen und wird häufig auch als Bergamot bezeichnet. Sie darf jedoch nicht mit der Bergamotte verwechselt werden, die eine Zitrusfrucht ist. Als aromatisches Würzkraut besitzt die Goldmelisse eine eigenständige geschmackliche Identität und wird vor allem wegen ihrer markanten, vielfältigen unter anderem zitrisch-würzigen Noten geschätzt.
Namen und Synonyme
DE: Bergamot, Pferdemelisse, Rote Melisse, Scharlach-Monarde, Indianernessel, Bienenbalsam, Monarde, Blumenmelisse
EN: Bergamot, Lemon Bergamot, Wild Bergamot, Mint leaf Bergamot, Monarda, Bee balm
FR: Monarde, Bergamote
ES: Bergamota
Aussehen und Merkmale

Die Goldmelisse ist vor allem an ihren auffälligen Blüten zu erkennen, die je nach Sorte lila bis dunkelrot gefärbt sind und safranähnliche, ausgezogene Blütenausläufer besitzen.
Die Blätter sind etwa acht Zentimeter lang, oval geformt und weisen eine leicht behaarte Oberfläche auf.
Herkunft und Geschichte
Die Goldmelisse stammt ursprünglich aus Nordamerika. Im 16. Jahrhundert wurde sie vom spanischen Botaniker Nicolás de Monardes beschrieben, nachdem er durch die Oswego-Indianer mit der Pflanze bekannt gemacht worden war.
Aus diesem Zusammenhang entstand auch die Bezeichnung Indianernessel, denn ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet liegt im heutigen Bundesstaat New York und wurde von dem dort ansässigen stamm der Oswego- Indianer rege verwendet.
Bereits amerikanische Kolonisten und Pioniere nutzten die Pflanze als Getränk, besonders nach der Boston Tea Party im Jahr 1737, als der Boykott englischen Tees alternative Aufgüsse populär machte.
Anbau und Ernte
Der botanische Name des Gewürzes lautet Monarda didyma und gehört zur Familie der Lippenblütler.
Die Goldmelisse wächst als winterharte Staude und erreicht eine Höhe von etwa 40 bis 90 Zentimetern.
Im Sommer bildet sie ihre charakteristischen purpurfarbenen, safranähnlichen Blüten aus.
Ursprünglich ist sie in Nordamerika heimisch, wird heute jedoch auch in anderen Regionen kultiviert.
Geschmack und Aromaprofil
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Thymol, Myrcen, Geraniol, Linalool und Cineol, und sie sind sehr gut fett- und alkohollöslich. Limonen ist mit etwa 26 bis 42 Prozent enthalten, Linalool mit rund 11 bis 22 Prozent.
Charakteristik: würzig-zitronig, honginoten und kräftig aromatisch. Erinnert an Orange, mit Thymian und Minze.
Wirkung und Wissenswertes
Die Goldmelisse besitzt keinen ausgeprägten Stellenwert in der klassischen Naturmedizin, wird jedoch zur Lösung von Spannungen und zur Entspannung der Muskulatur eingesetzt.
Wichtig ist die klare Abgrenzung zur Bergamotte als Zitrusfrucht, mit der sie trotz Namensähnlichkeit nicht verwandt ist.
Lagerung und Hinweise
Frische Goldmelisse ist kaum im Handel erhältlich.
Getrocknete Blüten und Blätter sollten kühl, luft- und feuchtigkeitsgeschützt sowie lichtgeschützt gelagert werden. Unter diesen Bedingungen ist die Goldmelisse bis zu zwölf Monate haltbar.
Verwendung
Verwendet werden meist die getrockneten Blüten und Blätter der Goldmelisse.
Sie finden Einsatz in Getränken und Tees, eignen sich zur Dekoration und werden zum Würzen von Salaten, Saucen sowie von Geflügel- und Schweinefleisch verwendet.
Partner und Aromapairing
Gute Gewürzpartner: Minze, Basilikum, Rosmarin, Salbei, Thymian, Orange, Ajowan, Piment, Zimt, Lorbeer, Kardamom, Muskatnuss, Muskatblüte, Kaffirlimette, Ingwer, Galgant, Szechuanpfeffer, Timutpfeffer, Sansho und Sanshoblätter.
Ideale Zutatenpartner: Salate, Gemüse, Schwein, Geflügel, Ente, Kürbis, Kartoffeln, Äpfel, Birnen, Honig, Ahornsirup, Sahne, Milch, Butter.
Tipps für Maximum Flavor
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind alkohol- und fettlöslich.
Zur optimalen Aromaextraktion eignen sich die Infusion eines neutralen Öls mittels Sous-vide, ein kurzes Schwenken in Butter bei mittlerer Hitze oder die Herstellung eines Sirup-Extrakts.
Die Goldmelisse sollte nicht mitgekocht werden, sondern dient dem Aromatisieren und Finishing am Ende des Garprozesses.
Besonders fein wirken die Aromen auch roh als Dekoration oder direkt unter Salate gehoben.