Huacatay
Huacatay ist ein tropisches, exotisches Gewürzkraut aus Südamerika, das vor der kolumbianischen Entdeckung Amerikas in der übrigen Welt unbekannt war. Auch heute ist es außerhalb Südamerikas meist nur in Spezialitätengeschäften oder in der traditionellen südamerikanischen Küche zu finden.
Namen und Synonyme
DE: Dufttagetes, Tagetes minuta, Huacatay
EN: Wild marigold, Mexican marigold, Anisillo, Black mint, Stinking Roger, Suiko
FR: Wild marigold, Mexican marigold
ES: Huacatay, Wacataya
Aussehen und Merkmale
Die Pflanze zeichnet sich durch auffällig geformte, lanzettartige Blätter aus, die etwa fünf bis zehn Zentimeter lang sind und spitz zulaufen.

Die Blattränder sind teilweise stark gezahnt oder gekerbt. Die matte, grüne Oberfläche zeigt eine deutlich ausgeprägte Mittelader.
Die gesamte Pflanze ist intensiv duftend und besitzt ein kräftiges, charakteristisches Aroma.
Herkunft und Geschichte
Der Ursprung von Huacatay liegt in Südamerika, insbesondere in Peru, Ecuador und Bolivien. Bereits lange vor der Entdeckung Amerikas wurde das Kraut von indigenen Völkern sowohl kulinarisch als auch medizinisch genutzt.
Es fand Anwendung in Pasten, Tees sowie zur Schädlingsbekämpfung.
Nach der Entdeckung Amerikas verbreitete sich die Pflanze auch in andere Weltregionen wie Europa, Afrika, Asien und Australien.
Anbau und Ernte
Der botanische Name des Gewürzes lautet Tagetes minuta und gehört zur Familie der Korbblütler.
Huacatay ist ein stark duftendes, einjähriges, krautig wachsendes Gewächs, das eine Höhe von ein bis zwei Metern erreichen kann.
Ursprüngliche Anbaugebiete sind Argentinien, Brasilien, Chile, Paraguay, Uruguay, Bolivien und Ecuador.
Heute wird die Pflanze auch in Spanien, Italien, Slowenien, Madagaskar, Indien, Nepal und Bhutan kultiviert.
Geschmack und Aromaprofil
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind O-Cimenone, O-Cimene und Limonen, und sie sind fett- und alkohollöslich.
Charakteristik: krautig-aromatisch mit anfänglich anisähnlichen, leicht medizinischen Noten. Später treten Aromen von Apfel, Ananas und Anis hervor, begleitet von grün-frischen sowie zitrisch-limettigen Anklängen.
Wirkung und Wissenswertes
Schon vor der kolumbianischen Entdeckung wurde Huacatay in der örtlichen Kulutur auch medizinisch eingesetzt. Ihm werden antimikrobielle, antibiotische, verdauungsfördernde, krampflösende und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben.
Die Blätter sind äußerst aromaintensiv, weshalb bereits geringe Mengen ausreichen.
Getrocknete Blätter verlieren im Vergleich zu vielen anderen Kräutern wie Basilikum oder Koriander nur wenig Aroma.
Aufgrund wachsender Nachfrage sind ganze und gemahlene Blätter zunehmend im spezialisierten Handel erhältlich.
Lagerung und Hinweise
Frische Blätter sollten feucht eingeschlagen im Kühlschrank gelagert werden und halten sich zwei bis drei Tage.
Alternativ können sie vom Stängel entfernt, mit Wasser eingefroren und so zwei bis drei Monate aufbewahrt werden.
Getrocknete oder gemahlene Blätter sollten kühl, trocken, luftgeschützt, lichtgeschützt und feuchtigkeitsgeschützt gelagert werden. In dieser Form sind sie mehrere Monate haltbar.
Verwendung
Verwendet werden die Blätter der Pflanze, frisch oder getrocknet.
Huacatay eignet sich zum Aromatisieren von Soßen, Suppen, Ölen und Pestos sowie für Fleischgerichte, Eintöpfe, Fisch und Meeresfrüchte. In der peruanischen Küche ist es ein charakteristisches Würzkraut für kräftige, grüne Saucen.
Partner und Aromapairing
Gute Gewürzpartner: Koriandersaat, Kreuzkümmel, Korianderblätter, Chili, Knoblauch, schwarzer Pfeffer, Zitronen- und Limettenzesten, Basilikum, Curryblätter, Dillkraut, Zitronengras, Zitronenverbene, Petersilie, Pandanblätter, Minze, Johannisbrot, Sternanis, Fenchel, Wacholder, Schwarzkümmel, schwarzer und grüner Kardamom, Amchoor, Tamarinde, Szechuanpfeffer, Selleriesamen.
Ideale Zutatenpartner: Kartoffeln, Eier, Erdnüsse, Schwein, Lamm, Ziege, Fisch, Meeresfrüchte, Hülsenfrüchte, Kürbis, Mais, Zwiebeln, Käse, Brot.
Tipps für Maximum Flavor
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind fett- und alkohollöslich.
Huacatay besitzt einen sehr starken Eigengeschmack und sollte daher sorgfältig dosiert und mit anderen Gewürzen ausbalanciert werden.
Er kann in manchen Anwendungen als Alternative zu Korianderblättern dienen.
Getrocknete Blätter sind aromatisch konzentrierter; hier sollte etwa ein Drittel der Menge im Vergleich zu frischen Blättern verwendet werden.
Idealerweise wird Huacatay gegen Mitte oder Ende der Garzeit hinzugefügt, um die volatilen Noten zu bewahren.
Ein Ölauszug ermöglicht eine gezielte und präzise Aromatisierung.