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Kala Namak (Indisches Schwarzsalz)

Kala Namak (Indisches Schwarzsalz)

Bei uns noch ein relativ wenig bekanntes Salz, ist Kala Namak in der pakistanisch-indischen sowie ayurvedischen Küche bereits seit Hunderten von Jahren fester Bestandteil. Besonders für die vegetarische und vegane Küche besitzt dieses Salz ein großes Zukunftspotenzial, da es einzigartige sensorische Eigenschaften mitbringt.

 


 

Namen und Synonyme


DE: Kala Namak, Schwarzsalz, Indisches Schwarzsalz, Ayurveda-Schwarzsalz, Schwefelsalz
EN: Black Salt, Indian Black Salt, Kala Namak, Black Indian Salt
FR: Kala Namak
ES: Kala Namak

 


 

Aussehen und Merkmale

Kala Namak ist an seinen grau-rosafarbenen bis dunkelgrau-schwarzen Kristallen zu erkennen.

Merkmale_Kala_Namak

Es besitzt eine grobkörnige bis fein gemahlene Struktur. Charakteristisch und unverkennbar ist sein intensiver schwefliger, an gekochte Eier erinnernder Geruch, der es sensorisch eindeutig identifizierbar macht. 

Geschmacklich liefert es eine ausgeprägte Umami-Tiefe.

 


 

Herkunft und Geschichte


Kala Namak ist tief in der Geschichte des indischen Subkontinents verwurzelt. 

Besonders im heutigen Nordindien und Pakistan wurde es seit Jahrhunderten sowohl in der ayurvedischen Küche als auch in der traditionellen Medizin eingesetzt.

Neben seiner kulinarischen Verwendung hatte es stets auch eine spirituelle und heilkundliche Bedeutung und ist bis heute fester Bestandteil der ayurvedischen Küche & Medizin.

 


 

Anbau und Ernte


Der botanische Name entfällt, da es sich bei Kala Namak nicht um eine Pflanze, sondern um ein mineralisches Salz handelt. 

Anders als manch anderer behauptet, ist die Farbe, Geruch und Geschmack kein Ergebnis von Verunreinigungen, sondern werden gezielt hinzugefügt und hergestellt.

Ausgangsbasis ist Steinsalz aus Minen Nordindiens und Nordpakistans.

Dieses wird gezielt weiterverarbeitet: Das Salz wird mit pflanzlichen Zusätzen wie Harad (bekannte Heilpflanze), Amla (indische Stachelbeere), Bahera (Frucht) und Babulrinde (Akazienbaumsorte) vermischt, in Tongefäße gefüllt, luftdicht verschlossen und bei Temperaturen von über 1.000 °C gebrannt. 

Während dieses Prozesses schmilzt der Inhalt der Tongefäße und so entstehen die chemischen Umwandlungen, die für Farbe, Geruch und Geschmack verantwortlich sind. 

Nach dem Abkühlen wird das Salz gebrochen, gemahlen und je nach Verwendungszweck weiterverarbeitet.

 


 

Geschmack und Aromaprofil

Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Natriumchlorid und Natriumsulfid, ergänzt durch Hydrogensulfid; diese sind überwiegend wasserlöslich.

Charakteristik: salzig, intensiv umami, mineralisch, stark schwefelig mit deutlich eierartigen Noten.

 


 

Wirkung und Wissenswertes


In der ayurvedischen Medizin wird Kala Namak seit Jahrhunderten geschätzt. Ihm werden verdauungsfördernde, stoffwechselanregende und antimikrobielle Eigenschaften zugeschrieben.

Zudem soll es positiv auf Haut- und Haargesundheit wirken, den Elektrolythaushalt unterstützen und bei moderater Anwendung auch mental ausgleichend wirken sowie die Herzgesundheit unterstützen soll.

Diese Effekte entstammen zwar der traditionellen Erfahrungsmedizin und werden aber mittlerweile auch gezielt erforscht.

 


 

Lagerung und Hinweise


Kala Namak sollte trocken, kühl, luft- und lichtgeschützt gelagert werden. Aufgrund seiner mineralischen Struktur ist es nahezu unbegrenzt haltbar. Feuchtigkeit sollte vermieden werden, da sie die Kristallstruktur beeinträchtigen kann.

 


 

Verwendung

Verwendet werden sowohl grobe Kristalle als auch fein gemahlenes Kala Namak.
Es findet Einsatz als Würz- und Umami-Verstärker, besonders in der indischen Küche sowie in Getränken wie Buttermilch oder Chaat-Getränken. In der vegetarischen und veganen Küche ist es besonders beliebt, da es durch seine schwefligen Noten den Geschmack von Eiern sehr realistisch imitieren kann. Typische Anwendungen sind Rührtofu, vegane Eierspeisen, Chaat, Raita, Tofu-Gerichte, Hülsenfruchteintöpfe und vegane Currys.

 


 

Partner und Aromapairing


Gute Gewürzpartner: Koriander, Kreuzkümmel, Kümmel, Schwarzkümmel, Fenchelsamen, Zimt, Tonkabohne, Knoblauch, Zwiebel, Ajwain, Galgant, Ingwer, Asafoetida, Curryblätter, schwarzer Pfeffer, Piment, Tomatenflocken.

Ideale Zutatenpartner: Tofu, Sojaprodukte, Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Linsen, Bohnen), Kartoffeln, Süßkartoffeln, Kürbis, Eier und Eierspeisen, vegane Ei-Alternativen, Joghurt- und Raita-Zubereitungen.

 


 

Tipps für Maximum Flavor


Die prägenden Aromaverbindungen von Kala Namak sind überwiegend wasserlöslich. Für maximale Wirkung sollte es sparsam und gezielt als Finishing-Salz eingesetzt werden. Besonders in veganen Gerichten empfiehlt es sich, Kala Namak erst kurz vor dem Servieren zuzugeben, da längeres Mitkochen die flüchtigen schwefligen Aromen stark reduziert. So bleibt der charakteristische Eier- und Umami-Effekt erhalten.

 

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