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Kerbel

Kerbel

Kerbel ist ein klassisches Küchenkraut und fester Bestandteil der traditionellen französischen Kräutermischung Fines Herbes. Er besticht durch seine feinen, eleganten Aromen und dient weniger der Dominanz als der subtilen Veredelung von Gerichten.


 

2. Namen und Synonyme

DE: Französischer Petersil, Eselskerbel, Gewürzkerbel, Gartenkerbel, Kerbelkraut, Küchenkerbel
EN: Chervil, French Parsley
FR: Cerfeuil, Cerfeuil des jardins
ES: Perifollo, Cerafolio


 

3. Aussehen und Merkmale

Kerbel wächst buschig und besitzt zarte, fein gefiederte, glatte Blätter von hellgrüner Farbe. 

Merkmale_Kerbel

Die Blattstiele können bis zu 12 cm lang werden. 

Die gesamte Pflanze wirkt filigran und empfindlich, mit sehr weichem Blattgewebe.


 

4. Herkunft und Geschichte

Der Ursprung des Kerbels liegt vermutlich in Südeuropa sowie im Vorderen Orient bis hin zum Kaukasus. 

Bereits in der Antike war Kerbel ein geschätztes Würzkraut. 

In Mittel- und Nordeuropa wurde er durch römische Legionen verbreitet. 

In Mitteleuropa wird Kerbel erst seit rund 400 Jahren gezielt kultiviert.


 

5. Anbau und Ernte

Der botanische Name des Gewürzes heißt Anthriscus cerefolium und gehört zur Familie der Doldenblütler.

Kerbel ist eine einjährige, strauchartige Pflanze, die bis zu 70 cm hoch wachsen kann. Geerntet wird er idealerweise kurz vor der Blüte, da zu diesem Zeitpunkt Aroma und ätherische Öle am intensivsten ausgeprägt sind.


 

6. Geschmack und Aromaprofil

Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Estragol, Anethol, Limonen sowie Methylverbindungen, sie sind fettlöslich und alkohollöslich.

Charakteristik: Süßlich, fein-würzig, leicht anisartig, an Fenchel und Petersilie erinnernd, sehr mild und elegant.


 

7. Wirkung und Wissenswertes

In der Volksmedizin werden Kerbel entschlackende und entgiftende Eigenschaften zugeschrieben. 

Er soll den Stoffwechsel anregen und bei Gicht sowie chronischen Hautproblemen unterstützend wirken. 

Stillenden Frauen wird eine milchfördernde Wirkung nachgesagt.

Getrockneter Kerbel weist einen erhöhten Nitratgehalt auf, weshalb grundsätzlich frischer Kerbel bevorzugt werden sollte. 

Zudem gilt glattblättriger Kerbel als aromatischer und nitratärmer als krauser Kerbel.


 

8. Lagerung und Hinweise

Kerbel sollte möglichst frisch verwendet werden. Zwischen zwei feuchten Küchentüchern lässt er sich mehrere Tage im Kühlschrank lagern.

Alternativ kann Kerbel in Öl oder Essig konserviert werden. 

Getrockneter Kerbel verliert nahezu vollständig sein Aroma und ist nicht zur Vorratshaltung geeignet.


 

9. Verwendung

Verwendet werden ausschließlich die frischen Blätter, nicht die Stängel.

Kerbel eignet sich hervorragend für Salate, Suppen, helle Soßen, Fischgerichte, Eierspeisen, Eintöpfe, Braten sowie zur Aromatisierung von Essigen und Ölen.


 

10. Partner und Aromapairing

Gute Gewürzpartner: Petersilie, Thymian, Estragon, Anis, Sternanis, Koriander, Piment, Nelken, Muskatnuss, Muskatblüte

Ideale Zutatenpartner: Lamm, Rind, Fisch, Meeresfrüchte, Topfen, Sauerrahm, Joghurt, Eier, Salate, Essig, Öl


 

11. Tipps für Maximum Flavor

Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind fettlöslich und alkohollöslich.

Kerbel sollte immer frisch verwendet werden, ausschließlich die Blätter. 

Aufgrund seiner flüchtigen Aromen eignet er sich nicht zum langen Mitgaren. 

Ideal ist der Einsatz als Finishing-Kraut oder die Zugabe ganz am Ende der Garzeit.

Starke Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Basilikum überdecken Kerbel vollständig und sollten nicht kombiniert werden. 

Für präzise Dosierung empfiehlt sich die Extraktion in mildem Essig oder neutralem Öl.


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