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Knoblauchrauke

Knoblauchrauke

Die Knoblauchrauke ist ein altes, beliebtes Würz- und Heilkraut, das seit jeher in Europa konsumiert wurde. Auch wenn sie zwischenzeitlich in Vergessenheit geriet, erlebt sie durch die Wiederentdeckung regionaler und saisonaler Küche eine neue Beliebtheit.

 


 

Namen und Synonyme

DE: Knoblauchrauke, Gemeine Knoblauchrauke, Knoblauchhederich, Knoblauchkraut, Lauchhärig, Lauchkraut, Aniskraut
EN: Garlic mustard, Jack-by-the-hedge, Hedge garlic
FR: Alliaire officinale
ES: Aliara

 


 

Aussehen und Merkmale

Die Knoblauchrauke ist besonders an ihrem charakteristischen Knoblauchgeruch zu erkennen, vor allem im Frühjahr während der Blütezeit.

Merkmale_Knoblauchrauke

Im ersten Wuchsjahr sind die Grundblätter nierenförmig bis rundlich, im zweiten Jahr entwickeln sie sich herz- bis dreiecksförmig und spitz zulaufend. 

Die Blattränder sind gekerbt, die Blattadern deutlich sichtbar. Die Blätter sind hell- bis dunkelgrün gefärbt und die Stängel sind vierkantig und leicht behaart.

 


 

Herkunft und Geschichte

Der Ursprung der Knoblauchrauke liegt in Europa sowie in Vorderasien. Archäologische Funde an der deutschen Ostseeküste belegen eine Nutzung vor rund 5000 Jahren, da in prähistorischen Kochstellen und Gräbern Rückstände der Pflanze nachgewiesen wurden.

Spätestens seit dem Mittelalter wurde sie als Würz- und Heilkraut verwendet. Trotz ihres hohen Gehalts an Mineralstoffen war sie zeitweise wenig beliebt, da Weidetiere durch ihren Verzehr Milch mit Knoblaucharoma produzierten. 

zudem wurde Knoblauchrauke auch als Synonym für Milchdiebe verwendet.

Heute ist sie in Europa heimisch, wurde jedoch auch nach Nordamerika eingeschleppt, wo sie als invasive Art gilt.

 


 

Anbau und Ernte

Der botanische Name der Knoblauchrauke lautet Alliaria petiolata und gehört zur Familie der Kreuzblütler.

Es handelt sich um eine zweijährige Pflanze, die eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreichen kann. Sie bevorzugt schattige Standorte und wächst überwiegend wild, etwa an Gartenrändern und in Laubwäldern.

Der beste Erntezeitpunkt liegt zwischen Februar und April, wenn die jungen Blätter besonders aromatisch sind.

 


 

Geschmack und Aromaprofil

Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Isothiocyanate, Nitrile sowie Schwefelverbindungen und sie sind sehr gut fettlöslich sowie sehr gut alkohollöslich.

charakteristik: klar knoblauchig, pfeffrig und würzig mit leichten Senfnoten. Hinzu kommen krautige und kohlartige Nuancen die auch an Kresse erinnern können.

 


 

Wirkung und Wissenswertes

In der traditionellen Naturheilkunde wurde die Knoblauchrauke unter anderem im Kräuterbuch von P. A. Mattioli erwähnt. Dort galt sie als Mittel bei Hüftschmerzen, Seitenstechen, Erkältungen und Entzündungen. 

Ihr wurden antibakterielle, schleimlösende, auswurffördernde und wundheilende Eigenschaften zugeschrieben.

Heute spielt sie in der Naturmedizin eine geringere Rolle. Bemerkenswert ist, dass trotz ihres intensiven Knoblaucharomas keine typischen Geruchsrückstände im Atem oder Körpergeruch verbleiben.

 


 

Lagerung und Hinweise

Frische Knoblauchrauke kann feucht eingeschlagen einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Eine Trocknung oder längere Lagerung ist nicht empfehlenswert, da ihre flüchtigen Inhaltsstoffe rasch verloren gehen. 

Alternativ können die Blätter mit etwas Öl bestrichen und eingefroren werden, um einen Teil der Aromen zu konservieren.

 


 

Verwendung

Verwendet werden Blätter, Samen, Blüten und Wurzeln, wobei Blätter und Samen die intensivsten Aromen enthalten.

Sie eignet sich zum Aromatisieren von Kräuterbutter, Soßen, Pestos, Salaten und Dips sowie für kräftige Fleischsorten wie Lamm. Die Wurzeln können ungeschält ähnlich wie Meerrettich verarbeitet werden.

 


 

Partner und Aromapairing

Gute Gewürzpartner: Pfeffer, Koriander, Zitronenzesten, Senfsaat, Dill, Kümmel, Knoblauch, Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Bärlauch, Muskatnuss, Muskatblüte.

Ideale Zutatenpartner: Fisch und Meeresfrüchte, dunkles Fleisch wie Lamm, Kartoffeln, Milchprodukte wie Butter, Joghurt, Sauerrahm, Frischkäse, Eier, Pinienkerne, Rucola, Dijon-Senf, Spinat, Käse, Brot, Wurzelgemüse, Wildgemüse, Olivenöl, Walnüsse.

 


 

Tipps für Maximum Flavor

Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind fett- und alkohollöslich.

Die Knoblauchrauke sollte bevorzugt frisch und roh verwendet werden. Sie werden grob gehackt oder leicht zerstoßen und kurz stehen gelassen, damit sich die Wirkstoffe ähnlich wie beim Knoblauch entwickeln können. Anschließend eignet sie sich ideal als frisches Topping oder für Salate.

Zum Mitkochen ist sie weniger geeignet, da ihre Aromen schnell verfliegen. 

Ölauszüge hingegen können die fettlöslichen Aromastoffe gut extrahieren und konservieren. 

Auch die Herstellung einer Würzbutter bei moderater Temperatur eignet sich hervorragend zur Aromaextraktion.

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