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Kubebenpfeffer

Kubebenpfeffer

Auch der Kubebenpfeffer wurde im Mittelalter in Europa verwendet, vor allem als reiner Schärfeträger. Ähnlich wie der Langpfeffer wurde jedoch auch der Kubebenpfeffer im Laufe der Zeit vollständig vom heute bekannten und weit verbreiteten schwarzen Pfeffer verdrängt und geriet dadurch weitgehend in Vergessenheit.

 


 

Namen und Synonyme

DE: Kubebenpfeffer, Schwanzpfeffer, Stielpfeffer, javanischer Pfeffer
EN: Cubeb pepper, Java peppercorn, Javanese pepper, tailed pepper
FR: Poivre de Java, Cubeb, poivre à queue
ES: pimienta de cubeba

 


 

Aussehen und Merkmale

Kubebenpfeffer erinnert zwar auf den ersten Blick an schwarzen Pfeffer, unterscheidet sich jedoch deutlich durch seine äußeren Merkmale. 

Merkmale_Kuebenpfeffer

Die Körner sind mit etwa fünf bis sechs Millimetern etwas größer als schwarzer Pfeffer, schwarzbraun gefärbt und im Inneren meist hohl. 

Charakteristisch sind die stark runzlige Oberfläche sowie der deutlich erkennbare Stielansatz. 

Aromatisch trägt Kubebenpfeffer weniger komplexe Duftnoten bei, sondern vor allem intensive Schärfe. Geruchlich ist er an einem leicht terpentinartigen Aroma zu erkennen.

 


 

Herkunft und Geschichte

Kubebenpfeffer stammt ursprünglich aus dem heutigen Indonesien, insbesondere von den Inseln Java und Sumatra. 

Im antiken Europa war er noch unbekannt und erst im Mittelalter gelangte er nach Europa, wo er vor allem wegen seiner ausgeprägten Schärfe Verwendung fand. 

Mit der zunehmenden Verbreitung des schwarzen Pfeffers wurde jedoch auch der Kubebenpfeffer nach und nach aus den europäischen Küchen verdrängt.

 


 

Anbau und Ernte

Der botanische Name des Kubebenpfeffers lautet Piper cubeba und gehört zur Familie der Pfeffergewächse

Die Pflanze ist eine ausdauernde Kletterpflanze, die Früchte mit charakteristischem Stielansatz ausbildet. 

Die Beeren werden unreif geerntet und anschließend meist unter Sonneneinstrahlung getrocknet, bis sie ihre dunkelbraune bis schwarze Farbe erreichen. Kubebenpfeffer gelangt überwiegend in ganzer Form in den Handel. 

Heute wird er hauptsächlich noch in Indonesien, vor allem auf Java, sowie in Sri Lanka, auf Borneo und in Teilen Afrikas angebaut.

 


 

Geschmack und Aromaprofil

Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Cubeben, Piperin, Cineol, Pinen und Caryophyllen, und sie sind überwiegend fettlöslich.

Charakteristik: wenig aromatisch, deutlich bitter und leichterer schärfe, terpentinartige Noten sowie ein mentholiger Nachgeschmack, der ihn klar von klassischem schwarzem Pfeffer unterscheidet.

 


 

Wirkung und Wissenswertes

Kubebenpfeffer besaß historisch einen festen Platz in der Heilkunde. Im Mittelalter galt er in Europa als wertvolles Heilmittel und wurde von Apothekern und Ärzten eingesetzt.

Ihm wurden aphrodisierende, antibakterielle und schleimlösende Eigenschaften zugeschrieben, zudem fand er Anwendung bei Erkrankungen der Atemwege. 

Eine besondere Würdigung erhielt Kubebenpfeffer im Jahr 2016, als er zur Heilpflanze des Jahres gewählt wurde.

 


 

Lagerung und Hinweise

Kubebenpfeffer sollte ausschließlich in ganzen Pfefferkörnern gelagert werden. 

Eine kühle, trockene sowie licht- und feuchtigkeitsgeschützte Lagerung erhält seine Inhaltsstoffe über mehrere Monate.

Gemahlener Kubebenpfeffer verliert sehr schnell an Intensität.

 


 

Verwendung

Verwendet werden ausschließlich die ganzen, stieltragenden Pfefferkörner. 

Kubebenpfeffer ist Bestandteil zahlreicher südostasiatischer und nordafrikanischer Gewürzmischungen, unter anderem Ras el Hanout. Sein Haupteinsatzgebiet liegt in Fleisch- und Gemüsegerichten, bei denen gezielt Schärfe eingebracht werden soll.

 


 

Partner und Aromapairing

Gute Gewürzpartner: Zitronenzesten, Orangenzesten, Limettenzesten, Zitronengras Anardana, Sumac, Berberitze, schwarzer Kardamom, grüner Kardamom, Muskatblüte, Lorbeer, Zimt, Nelken, Piment, Wacholder, Senf.

Ideale Zutatenpartner: dunkles Fleisch wie Wild, Lamm und Rind, Kohlsorten, Wurzelgemüse sowie generell deftige Speisen, die einen ausgeprägten Schärfekick benötigen.

 


 

Tipps für Maximum Flavor

Die prägenden Aromaverbindungen des Kubebenpfeffers sind überwiegend fett- und alkohollöslich

Ein kurzes Trockenrösten bei moderater Hitze kann zusätzliche Aromen freisetzen. 

Um die feinen Eigenschaften zu bewahren, sollte Kubebenpfeffer nicht lange mitgekocht, sondern erst zum Ende der Garzeit frisch gemörsert oder als Finishing-Gewürz frisch geschrotet verwendet werden.

Steht hingegen primär die Schärfe im Vordergrund und nicht die Aromatik, kann Kubebenpfeffer auch kurz in fetthaltigen Zubereitungen mitgekocht werden, da sich seine scharf wirkenden Bestandteile dort gut lösen.

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