Loomi / schwarze Limette
LOOMI, auch bekannt als schwarze Limette, ist ein klassisches Gewürz der arabischen, persischen und nahöstlichen Küche. In Europa weitgehend unbekannt, spielt LOOMI dort eine zentrale Rolle als säuerlich-aromatischer Geschmacksträger mit fermentierter Tiefe und deutlich weniger aggressiver Säure als frische Zitrusfrüchte.
Namen und Synonyme
DE: Loomi, schwarze Limette, getrocknete Limette, Limo Omani, Limo Amani
EN: Black lime, dried lime
Aussehen und Merkmale

LOOMI besitzt die Form einer Limette, ist jedoch fermentiert, gekocht und anschließend getrocknet.
Charakteristisch sind die tiefbraun- bis schwarzgefärbte, ledrige Schale, das nahezu vollständig dehydrierte Innere, wenig Fruchtfleisch und kaum Flüssigkeit.
Die Frucht ist sehr leicht, hart und hohl klingend.
Herkunft und Geschichte
Limetten stammen ursprünglich aus Südostasien. Ihr Weg in den Nahen Osten ist nicht vollständig dokumentiert, wird jedoch ab dem 10. Jahrhundert über Ägypten und später über die Kreuzzüge nach Südeuropa vermutet.
Die getrocknete Form – LOOMI – stammt aus dem Oman. Dort erkannte man vermutlich durch natürlich fermentierte, getrocknete Früchte unter Limettenbäumen das besondere Aroma.
Von dort aus etablierte sich LOOMI vor allem in der persischen Küche und später im gesamten arabischen Raum.
Anbau und Ernte
Der botanische Name von LOOMI ist Citrus latifolia und gehört zur Familie der Rautengewächse.
LOOMI wird aus unreifen Limetten hergestellt. Nach der Ernte werden diese:
in Salzwasser gekocht bzw. sterilisiert & anschließend in der Sonne getrocknet und fermentiert, bis sie ihre dunkle Farbe und ihr komplexes Aroma entwickeln.
Herstellungsländer: Oman, Iran, Irak, Saudi-Arabien
Anbau der Limetten: Israel, Türkei, Ägypten
Geschmack und Aromaprofil
Die prägende Aromaverbindung ist Citral, begleitet von Linalool und Fenchol (fett- und alkohollöslich).
Charakteristik:
Leicht säuerlich ohne aggressive Zitronensäure, fermentiert, fruchtig, floral, moschusartig, herb, mit feinen Rauch- und Umami-Noten.
Wirkung und Wissenswertes
Es existieren zwei Varianten:
-
Schwarze LOOMI: länger fermentiert, intensiver, komplexer
-
Weiße LOOMI: kürzer behandelt, deutlich milder
Traditionell galt LOOMI bei Beduinen als verdauungsfördernd. Zudem wurde sie früher von diesen auch als natürliches Färbemittel für Textilien verwendet.
Lagerung und Hinweise
Ganze LOOMI-Früchte sind bei trockener, dunkler, luftdichter Lagerung mehrere Monate haltbar.
LOOMI-Pulver sollte zügig verbraucht werden, da die Aromen schnell flüchtig sind.
Verwendung
Verwendet werden: ganze LOOMI-Früchte (eingestochen oder angebrochen) und frisch gemahlenes LOOMI-Pulver
Einsatzgebiete sind Fleisch- und Schmorgerichte, Reis- und Getreidegerichte, Hülsenfrüchte, Fisch und Krustentiere, Getränke und Früchte
LOOMI liefert Zitrusfrische mit Tiefe, ohne dominante Säure.
Partner und Aromapairing
Gute Gewürzpartner:
Galgant, Ingwer, grüner & schwarzer Kardamom, Muskatnuss, Muskatblüte, schwarzer Pfeffer, Mahlab, Zimt, Fenchel, Koriander, Piment
Ideale Zutatenpartner:
Fisch, Krustentiere, Hähnchen, Lamm, Hülsenfrüchte, Getreide, Reis, Früchte, Gemüse
Tipps für Maximum Flavour
Die Aromastoffe Citral, Linalool und Fenchol sind fett- und alkohollöslich.
Um Loomi-Pulver zu mahlen, sollte man die Loomi halbieren, Kerne entfernen und frisch mit der Kaffeemühle mahlen und direkt verwenden.
Das dadurch gewonnene Loomi-Pulver sollte am besten für kurz gegartes verwendet und kurz vor Ende der Garzeit hinzugegeben werden.
Ganze Loomis hingegen kann man einstechen und relativ früh in fettige Flüssigkeiten hinzugeben, dadurch rehydrieren sie und können besser ihr Aroma abgeben.