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Roter Langpfeffer

Roter Langpfeffer

Der rote Langpfeffer war in Europa bereits lange vor dem schwarzen Pfeffer und den heute bekannten Pfeffersorten verbreitet und prägte insbesondere im Mittelalter die europäische Küche.

Erst nach und nach wurde er durch den schwarzen Pfeffer verdrängt, der über arabische Händler zunehmend an Bedeutung gewann, wodurch der Langpfeffer zeitweise in Vergessenheit geriet. In der heutigen Zeit wird roter Langpfeffer jedoch vor allem von Gourmets wieder neu entdeckt und geschätzt.

 


 

Namen und Synonyme

DE: Roter Langpfeffer, Bengalpfeffer, brasilianischer Pfeffer, Stangenpfeffer, indischer Langpfeffer, Fliegenpfeffer
EN: Bengal Pepper, Long Pepper, Red Long Pepper
FR: Poivre long rouge, Piment long rouge
ES: Pimienta larga roja

 


 

Aussehen und Merkmale

 

Merkmale_Roter_Langpfeffer

Roter Langpfeffer ist an seinen länglichen, etwa vier bis fünf Zentimeter langen Stangenfrüchten zu erkennen, die aus dicht verwachsenen einzelnen Beeren bestehen. 

Er verströmt einen leicht süßlichen Duft und besitzt eine braune bis rötliche Oberfläche. Qualitativ hochwertiger Langpfeffer zeichnet sich dadurch aus, dass die Stangen möglichst unversehrt sind und keine Bruchstellen oder Bruchkanten aufweisen.

 


 

Herkunft und Geschichte

Der lange Pfeffer, auch Langpfeffer beziehungsweise roter Langpfeffer genannt, stammt ursprünglich aus der Region Burma sowie aus Nordostindien. Dort wurde er sowohl als Würz- als auch als Heilpflanze verwendet.

 Etwa um 400 vor Christus gelangte der Langpfeffer im Zuge der Feldzüge Alexanders des Großen aus Asien in die antike europäische Welt und entwickelte sich dort zu einem der bevorzugten Pfeffergewürze.

Mit der zunehmenden Verbreitung des schwarzen Pfeffers, der über arabische Händler nach Europa gelangte, wurde der Langpfeffer nach und nach aus den europäischen Küchen verdrängt und geriet lange Zeit in Vergessenheit.

 


 

Anbau und Ernte

Der botanische Name des Langpfeffers lautet Piper longum und gehört zur Familie der Pfeffergewächse.

Die Langpfefferpflanze ist eine kletternde Staude, die längliche Fruchtstände mit dicht verwachsenen Beeren ausbildet. Das natürliche Vorkommen erstreckt sich über ganz Indien, vom Himalaya bis nach Südindien. Die heutigen Hauptanbaugebiete liegen vor allem in Nordostindien sowie in Burma.

Beim roten Langpfeffer werden die Früchte von Hand geerntet, sobald sie vollreif und leuchtend rot sind. Anschließend erfolgt eine zügige Trocknung, meist unter Sonneneinstrahlung, um ein zu starkes Nachdunkeln zu vermeiden. Langpfeffer wird überwiegend in ganzen Stangen gehandelt.

 


 

Geschmack und Aromaprofil

Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Piperin, Caryophyllen, Limonen und Eugenol, und sie sind überwiegend öl- und alkohollöslich, mit guter Wasserlöslichkeit.

Roter_Langpfeffer erdiges, leicht süßliches Aromaprofil mit sehr intensiver Schärfe. Diese Kombination verleiht ihm eine ausgeprägte Tiefe und unterscheidet ihn deutlich von klassischem schwarzem Pfeffer.

 


 

Wirkung und Wissenswertes

Langpfeffer wirkt appetit- und verdauungssanregend. Durch seinen hohen Piperin-Gehalt besitzt er antibakterielle Eigenschaften und fördert sowohl die Durchblutung als auch die Verdauung. 

Während Antike und Mittelalter war er in Europa der dominierende Pfeffer, verschwand jedoch mit der Verbreitung des schwarzen Pfeffers nahezu vollständig aus den Küchen. 

Heute erlebt er insbesondere in der gehobenen Küche eine kleine Renaissance.

 


 

Lagerung und Hinweise

Langpfeffer sollte stets in ganzen, ungebrochenen Stangen gelagert werden. 

Bei kühler, luftdichter, feuchtigkeitsgeschützter und lichtgeschützter Lagerung bleibt er über mehrere Monate aromatisch stabil. 

Gemahlener Langpfeffer sollte weder gekauft noch auf Vorrat gehalten werden, da er sehr schnell an Intensität verliert.

 


 

Verwendung

Verwendet werden die ganzen Langpfefferstangen.

Sie können leicht angestoßen und mitgekocht oder kurz vor der Verwendung fein gemörsert werden. Langpfeffer wird sehr sparsam eingesetzt, da seine Schärfe und Aromatik besonders intensiv sind.

Er eignet sich hervorragend für Fleisch- und Wildgerichte, passt zu Fisch und Meeresfrüchten, verfeinert Currys und eignet sich auch für eingelegtes Gemüse.

 


 

Partner und Aromapairing

Gute Gewürzpartner: Piment, Nelken, Zimt, Muskat, Muskatblüte, fruchtiger schwarzer Pfeffer, Zitronenschalen, Orangenschalen, Limettenschalen, grüner Kardamom, schwarzer Kardamom, Sumach, Amchur.

Ideale Zutatenpartner: dunkles Fleisch wie Rind, Lamm sowie Wild, insbesondere Reh und Hirsch, Wurzelgemüse wie Karotten, Pastinaken und Sellerie, außerdem Kürbis und Kartoffeln.

 


 

Tipps für Maximum Flavor

Die prägenden Aromaverbindungen sind überwiegend öl- und alkohollöslich. 

Daher sollte Langpfeffer idealerweise frisch vor der Verwendung gemahlen werden. Für längere Garzeiten empfiehlt es sich, die ganzen Stangen leicht anzustoßen und direkt zum Gargut zu geben, damit sich die Aromen langsam entfalten können.

Langpfeffer sollte stets vorsichtig dosiert werden, da seine erdige, leicht süßliche Aromatik in Kombination mit intensiver Schärfe schnell dominant wirken kann.

 

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