Macis/Muskatblüte
Die Muskatblüte, korrekt Macis geschrieben, ist der Samenmantel der Muskatnuss und ein echtes Spitzengewürz. Während Muskatnuss weithin bekannt ist, gilt Macis als feiner, eleganter Geheimtipp unter Köchen und Gourmets. Sie liefert die typische Muskat-Aromatik, jedoch subtiler, wärmer und weniger erdig.
Namen und Synonyme
DE: Muskatblüte, Macis, vornehmer Muskat, Mazisblüte
EN: Mace
FR: Macis, Fleur de muscade
ES: Macias
Aussehen und Merkmale

Macis ist keine Blüte, sondern der Samenmantel der Muskatnuss.
Ganze Muskatblüten sind etwa drei bis vier Zentimeter lang, ledrig, netzartig verzweigt und farblich orange-rot bis gelbbraun.
Hochwertige Ware gibt bei leichtem Druck mit dem Fingernagel ätherisches Öl frei.
Orangerote Macis-Hüllen stammen meist aus Indonesien, orangegelbe Varianten häufiger aus Grenada.
Generell besitzt Macis einen höheren Gehalt an ätherischen Ölen als die Muskatnuss selbst.
Herkunft und Geschichte
Wie die Muskatnuss stammt auch Macis ursprünglich von den Molukken (Bandainseln) in Indonesien.
Bereits im byzantinischen Reich (ca. 6. Jahrhundert) wurde Macis medizinisch und konservierend genutzt. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit gewann das Gewürz stark an Bedeutung, als europäische Kolonialmächte um das Muskatmonopol kämpften.
Mit der besseren Verfügbarkeit der Muskatnuss rückte Macis später in den Hintergrund, blieb jedoch ein hochwertiges Luxusgewürz.
Anbau und Ernte
Der botanische Name der Muskatbaum ist Myristica fragrans, und gehört zur Familie der Muskatnussgewächse.
Dieser liefert bis zu 10.000 Früchte pro Jahr. Die aprikosenähnlichen Früchte werden geöffnet, der Samenmantel (Macis) vom Fruchtfleisch getrennt, gepresst, getrocknet und anschließend mehrere Monate dunkel fermentiert.
Danach wird Macis ganz verkauft oder gemahlen.
Geschmack und Aromaprofil
Die prägende Aromaverbindung ist Sabinen (fettlösliches Terpen).
Weitere wichtige Komponenten sind Terpineol, Safrol und Eugenol.
Macis schmeckt süß-warm, aromatisch, elegant, mit feinen Zitrus- und Eukalyptusnoten. Im Vergleich zur Muskatnuss ist das Aroma feiner, weniger erdig und weniger dominant.
Wirkung und Wissenswertes
Auch wenn die Muskatblüte Blüte genannt wird, handelt es sich um den Samenmantel der Muskatnuss und nicht um eine echte Blüte.
Macis wurde traditionell bei Bronchial-, Verdauungs-, Kreislauf- und Rheumabeschwerden eingesetzt. Ebenso soll sie, wie Hildegard von Bingen beschreibt, stimmungsaufhellende Eigenschaften besitzen.
Nach Safran, Vanille und Kardamom zählt Macis zu den teuersten Gewürzen der Welt.
Macis oder Muskatblüte wie die Muskatnuss sparsam dosieren (max. 5g), da es ansonsten zu Vergiftungs- sowie Hallizugenerscheinungen, wie etwa Doppelsehen, Bewusstseinstrübung, Gleichgewichtsstörung, kommen kann.
Die Wirkstoffe, Myristicin, Safrol und Elemicin, die natürlich in den ätherischen Ölen der Macis vorkommen, sind hierfür verantwortlich, da diese in unserem Körper umgewandelt werden und ähnlich wie etwa Amphetamine wirken.
Lagerung und Hinweise
Muskatblüte sollte dunkel, trocken, luft- und lichtgeschützt gelagert werden.
Ganze Macis behalten ihr Aroma deutlich länger als gemahlene.
Pulver ist aber auch gut lagerfähig, verliert jedoch mit der Zeit an Tiefe und Eleganz.
Verwendung
Macis eignet sich besonders für Süßspeisen, Gebäck und Desserts, aber auch für herzhafte Anwendungen, wenn ein subtiles Muskataroma gewünscht ist.
Ideal für Suppen, Saucen, Dressings, Gewürzmischungen, Salate, Fleischgerichte und feine Gemüsezubereitungen.
Partner und Aromapairing
Die maßgebende Aromaverbindung Sabinen ist ein fettlösliches Terpen.
Gute Gewürzpartner:
Schwarzer Pfeffer, schwarzer Kardamom, Piment, Sternanis, Koriander, Dill, Anis, Nelken.
Ideale Zutatenpartner:
Krustentiere (Shrimps, Krebse), Spinat, Karotten, Wurzelgemüse, Kartoffeln, Kürbis, Fenchel, Brokkoli, Schwein, Huhn, Käse sowie Gebäck.
Tipps für Maximum Flavor
Da die Aromen fettlöslich und sehr flüchtig sind, sollte Macis nur bei Bedarf frisch gemahlen werden.
Ganze Muskatblüten können früh in fettreichen Flüssigkeiten mitgaren.
Gemahlene Macis hingegen besser erst gegen Ende der Garzeit zugeben.
Eine besonders effektive Technik ist das sanfte Anbraten ganzer Macis-Blüten mit Zwiebeln in etwas Fett, wodurch sich die feinen ätherischen Öle optimal lösen.