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Muskatkraut

Muskatkraut

Muskatkraut ist ein eher exotisches Gewürzkraut. Es weist zwar aromatische Ähnlichkeiten zur Muskatnuss und zur Muskatblüte auf, ist botanisch jedoch nicht mit diesen verwandt und stellt eine eigenständige Gewürzpflanze dar.

 


 

Namen und Synonyme

DE: Muskatkraut, Muskatgarbe, Süße Schafgarbe
EN: Garden mace, English mace, Sweet Nancy
FR: Achillea, fouet d’Argentum
ES: Achillea ageratum

 


 

Aussehen und Merkmale

Das Muskatkraut erinnert optisch entfernt an schafgarbenartige Pflanzen. 

Merkmale_Muskatkraut

Es besitzt lange, dünne, lanzettenartige Blätter, die grün bis dunkelgrün gefärbt sind und keine ausgeprägten Blattstiele aufweisen. 

Die Blattränder sind stark gezahnt. Beim Zerreiben der Blätter verströmen sie einen deutlichen Duft nach Muskatnuss und Muskatblüte.

 


 

Herkunft und Geschichte

Muskatkraut stammt vermutlich aus Südeuropa, insbesondere aus dem Raum Portugal, sowie aus Teilen Asiens. 

Seit jeher wurde es als Gewürz- und Heilpflanze geschätzt und war früher häufig in Bauerngärten anzutreffen. Im Mittelalter fand es breite Verwendung, sowohl zur Aromatisierung von Speisen wie Suppen und Eintöpfen als auch zur Abwehr von Schädlingen und zur Raumbeduftung. 

Heute gilt Muskatkraut als seltenes und wenig bekanntes Gewürzkraut.

 


 

Anbau und Ernte

Der botanische Name des Gewürzes lautet Achillea ageratum beziehungsweise Achillea colorans und gehört zur Familie der Korbblütler und ist eng mit der gemeinen Scharfgarbe verwand.

Muskatkraut ist eine mehrjährige, krautig aufrecht wachsende Pflanze und kann eine Höhe von bis zu siebzig Zentimetern erreichen. 

Die Aussaat erfolgt im Frühjahr oder Herbst. Blüte- und Erntezeit erstrecken sich über den Sommer, üblicherweise von Juni bis September. 

Vor allem die jungen, frischen Blätter werden genutzt, da sie ein besonders intensives Muskataroma besitzen.

 


 

Geschmack und Aromaprofil

Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Cineol, Campher, Borneol und Pinene, und sie sind sehr gut fettlöslich sowie alkohollöslich.

Charakteristik: frische Muskatnuss und Muskatblüte, warmwürzig mit einer leichten Bitternote und zeigt zugleich frische, krautig-grüne Nuancen.

 


 

Wirkung und Wissenswertes

Muskatkraut war traditionell als Heil- und Nutzpflanze bekannt und wurde häufig in Bauerngärten kultiviert. 

Neben seiner aromatischen Wirkung nutzte man es auch zur Abwehr von Ungeziefer. 

Trotz seines Namens ist Muskatkraut weder mit der Muskatnuss noch mit der Muskatblüte verwandt, sondern gehört zu einer völlig anderen botanischen Gattung.

 


 

Lagerung und Hinweise

Muskatkraut sollte möglichst frisch verwendet werden.

Frisch gepflückt lässt es sich feucht eingeschlagen mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahren. Getrocknet sollte es kühl, luftig und feuchtigkeitsgeschützt gelagert werden und ist so einige Monate haltbar.

 


 

Verwendung

Verwendet werden vor allem die frischen, jungen Blätter des Muskatkrauts, gelegentlich auch die getrockneten Blätter. 

Es dient als Gewürz für Salate, Suppen und deftige Eintöpfe und verleiht diesen eine warme, muskatartige Note.

 


 

Partner und Aromapairing

Gute Gewürzpartner: Muskatblüte, Muskatnuss, Zimt, Süßholz, grüner Kardamom, Lorbeer, Galgant, Curryblätter, Szechuanpfeffer, Ingwer, Zitronenzesten, schwarzer Pfeffer, Amchoor.

Ideale Zutatenpartner: Wurzelgemüse, Blattgemüse, Fruchtgemüse wie Tomaten, Zucchini und Gurken, Geflügel, Schwein, Rind, Kartoffeln, Kürbis, Zwiebeln, Knoblauch, Butter, Crème fraîche.

 


 

Tipps für Maximum Flavor

Die hauptprägenden Aromen sind fett- und alkohollöslich

Muskatkraut eignet sich aufgrund seiner feinen, subtilen Aromatik nicht zum längeren Mitkochen, sondern sollte erst zum Schluss zum Aromatisieren oder frisch geschnitten als Finishing eingesetzt werden.

Ein kurzes Schwenken in Butter unterstützt die Aromaextraktion, aberachtung: Bei zu starker Hitzeeinwirkung wird das Kraut schnell dominant und entwickelt kampferartige, medizinische Noten.

Hochwertiges, frisches Muskatkraut sollte deutlich nach Muskatblüte oder Muskatnuss duften und beim Zerreiben der Blätter ein intensives Muskataroma freisetzen.

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