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Myrte

Myrte

Die Myrte ist ein traditionsreiches Gewürz- und Räucherkraut, das seit der Antike vor allem im Mittelmeerraum geschätzt wird. Neben ihrer symbolischen Bedeutung in Kultur und Ritual findet sie auch kulinarisch Verwendung, insbesondere zum Aromatisieren von Speisen und zur Konservierung.

 


 

Namen und Synonyme

DE: Gemeine Myrte, Echte Myrte, Brautmyrte
EN: Myrtle, Common Myrtle
FR: Myrte
ES: Mirtos, Arrayan

 


 

Aussehen und Merkmale

Die Myrte wächst als dichter, immergrüner Strauch. Ihre Blätter sind ledrig, glänzend, oval bis länglich geformt und erreichen eine Länge von bis zu fünf Zentimetern. 

Merkmale_Myrte

Die Oberseite der Blätter ist tiefdunkelgrün, die Unterseite etwas heller. 

Charakteristisch sind die festen braunen Blattstiele sowie der aromatische Duft, der bereits beim Zerreiben der Blätter freigesetzt wird.

 


 

Herkunft und Geschichte

Die Myrte stammt aus dem gesamten Mittelmeerraum sowie aus Nordafrika und wird seit der Antike als Heil-, Würz- und Räucherkraut verwendet. 

Im antiken Griechenland galt sie als Symbol für Liebe, Fruchtbarkeit und Schönheit und war der Göttin Aphrodite geweiht. Bereits früh beschrieben Gelehrte wie Dioskurides ihre wohltuende Wirkung, insbesondere auf den Magen. 

Aufgrund ihrer symbolischen Bedeutung fand Myrte auch Verwendung zur Dekoratione von  Brautschmuck. 

Gleichzeitig nutzte man ihre aromatischen Eigenschaften zum Räuchern und Konservieren von Fleisch und Fisch. 

Bis heute hat sie ihren Platz sowohl in der Naturheilkunde als auch in der Küche und Räucherkultur.

 


 

Anbau und Ernte

Der botanische Name der Myrte lautet Myrtus communis und gehört zur Familie der Myrtengewächse.


Die Myrte wächst als dicht verzweigter Strauch und erreicht eine Höhe von etwa drei bis fünf Metern. 

Die Blütezeit liegt zwischen Mai und August. Für kulinarische und medizinische Zwecke werden vor allem die Blätter genutzt, die im Frühjahr geerntet werden, wenn ihr Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist. 

Angebaut wird Myrte im gesamten mediterranen Raum.

 


 

Geschmack und Aromaprofil

Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Cineol, Pinen, Limonen, Caryophyllen, Geraniol, Myrtenol und Eugenol, und sie sind überwiegend fettlöslich und alkohollöslich.

Charakteristik:
Das Aromaprofil unterscheidet sich je nach Pflanzenteil. 

Die Blätter erinnern sensorisch an eine Mischung aus Eukalyptus, Wacholder, Lorbeer und Rosmarin. 

Die Beeren weisen zusätzlich bittere, pfeffrige und wacholderartige Noten auf. 

Insgesamt verströmt die Myrte ein balsamisch-würziges Aroma mit Anklängen von Weihrauch.

 


 

Wirkung und Wissenswertes

Myrte besitzt einen festen Platz in der Naturheilkunde, den ätherischen Ölen werden entzündungshemmende, stärkende und antiseptische Eigenschaften zugeschrieben. 

Myrtenblätter werden als Tee oder Extrakt eingesetzt, um Erkältungsbeschwerden zu lindern und das Immunsystem zu unterstützen. 

Myrtenöl findet Anwendung bei bronchialen Beschwerden, während Auszüge aus Wurzel traditionell bei Venenproblemen genutzt wurden. 

Kulturell steht die Myrte bis heute für Liebe, Reinheit und Fruchtbarkeit und wird daher weiterhin bei Hochzeitsritualen verwendet.

 


 

Lagerung und Hinweise

Frische Myrtenblätter lassen sich, in feuchte Tücher eingeschlagen, einige Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Getrocknete Myrte sollte kühl, trocken, luft-, licht- und feuchtigkeitsgeschützt gelagert werden.
Eine lange Bevorratung ist nicht empfehlenswert, da die ätherischen Öle vergleichsweise schnell verfliegen.

 


 

Verwendung

Verwendet werden Myrtenblätter, teils auch Beeren, Stängel und in der Volksmedizin die Wurzel.

Die Blätter dienen zum Aromatisieren von Suppen, Soßen und Eintöpfen, ähnlich wie Lorbeer.

Die Beeren werden getrocknet und gemahlen für Wild- und Wurstgerichte oder zur Likörherstellung eingesetzt.

Zudem wird die gesamte Pflanze traditionell zum Räuchern von Fleisch und Fisch verwendet.

 


 

Partner und Aromapairing

Gute Gewürzpartner: Wacholder, Rosmarin, Lorbeer, Thymian, Kümmel, Fenchelsamen, schwarzer Pfeffer, Piment, Nelken, Kardamom, Zitronenzesten

Ideale Zutatenpartner: Wild, Rind, Lamm, Fisch, Wurzelgemüse, Fenchel

 


 

Tipps für Maximum Flavor

Die Hauptaromen der Myrte sind fett- und alkohollöslich.

Für eine optimale Aromaextraktion kann Myrte ähnlich wie Lorbeer kurz in Fett angeschwitzt und anschließend mitgekocht werden.
Myrtheblätter eignen sich für längere Garzeiten zum Mitkochen in Suppen & Saucen.

Für konzentrierte Aromen und zur Konservierung des Aromas lassen sich Myrtenblätter auch in Öl im Sous Vide Verfahren ausgezeichnet extrahieren, beispielsweise zur Herstellung von Würzölen 

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