Orangenminze
Auch die Orangenminze sollte hier Erwähnung finden, da sie eine Kreuzung aus der klassischen Krausenminze und der Wasserminze ist und ein deutliches Orangenaroma verströmt, wodurch sie kulinarisch besonders interessant wird.
Namen und Synonyme
DE: Orangenminze, Bergamotteminze, Fruchtminze
EN: Orange mint, Bergamot mint
FR: menthe orange
ES: menta naranja
Aussehen und Merkmale
Die Orangenminze erkennt man an ihren rundlichen, hellgrünen Blättern, die entweder an Basilikum oder Oregano erinnern.
Zudem weisen die Blätter rötliche bis purpurne Verfärbungen auf, ebenso sind die Stiele rötlich-purpur gefärbt und vierkantig.
Die Blattoberfläche ist dabei eher fleischig und glatt.
Herkunft und Geschichte
Eine geografisch eindeutige Zuordnung der genauen Herkunft der Orangenminze ist nicht zweifelsfrei möglich, da keine eindeutig nachweisbaren Quellen vorliegen. In einigen historischen Quellen werden England beziehungsweise die Britischen Inseln als ursprünglicher Zuchtort genannt.
Es handelt sich um einen Hybrid, eine Kreuzung zwischen der Wasserminze und der Grünen Minze.Mittlerweile ist sie jedoch in ganz Europa verbreitet.
Anbau und Ernte
Der botanische Name der Orangenminze lautet Mentha piperita Varietät citrata 'Orange' und gehört zur Familie der Lippenblütler.
Sie wächst buschig und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 40 cm. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September.
Geschmack und Aromaprofil
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Linalylacetat, Linalool sowie Cineol und sie sind gut fettlöslich sowie alkohollöslich.
Charakteristik: fruchtig, nach Orangen, würzig, Minzig ohne hohen Mentholgehalt.
Wirkung und Wissenswertes
Siehe allgemeine Ausführungen zur Minze.
Lagerung und Hinweise
Wie alle anderen Minzsorten kann auch die Orangenminze feucht eingeschlagen frisch im Kühlschrank mehrere Tage aufbewahrt werden.
Die getrocknete Variante sollte kühl, luftfeuchtigkeitsgeschützt und lichtgeschützt gelagert werden und hält sich so mehrere Monate.
Verwendung
Verwendet werden die frischen oder getrockneten Blätter der Orangenminze.
Die Orangenminze wird eingesetzt, um Tees zu aromatisieren, sowie für Salate, Obstsalate, Desserts, Getränke und Cocktails.
Partner und Aromapairing
Gute Gewürzpartner: Kardamom, schwarzer Kardamom, Muskatblüte, Muskatnuss, Paradieskörner, Sechuanpfeffer, Ingwer, schwarzer Pfeffer, Zimt, Gewürznelke, Piment, Fenchel, Süßholz.
Ideale Zutatenpartner: Milchprodukte wie Butter, Frischkäse, Sahne und Milch, Früchte und Obst, Fruchtgemüse wie Zucchini, Gurken und Tomaten sowie Käseprodukte.
Tipps für Maximum Flavor
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind alkohol- und fettlöslich.
Die Orangenminze eignet sich am besten zum frischen Unterheben oder als Finishing- und Topping-Produkt in Salaten, Desserts oder auch deftigen Gerichten.
Sie sollte generell nicht mitgekocht werden, da die Aromen ansonsten zerstört werden.
Sie kann jedoch kurzzeitig in alkoholischen oder fettigen Medien bei mäßiger Hitze ziehen, um diese zu infundieren, um die Aromen zu extrahieren. Auch eine Herstellung von Sirupen auf Zuckerbasis (Läuterzucker) ist möglich.