Olida
Eukalyptus Olida, meist kurz Olida genannt, ist bei uns im klassischen Küchengebrauch weitgehend unbekannt, obwohl es historisch bereits in der europäischen Lebensmittelindustrie eingesetzt wurde.
Heute erlebt dieses Würzkraut vor allem in der australischen Bushfood-Szene eine Renaissance, im Zuge einer Rückbesinnung auf indigene Zutaten und traditionelle Aromen.
Namen und Synonyme
DE: Olida, Erdbeereukalyptus, Eukalyptus Olida
EN: Strawberry Gum, Forest Berry, Olida, Forest Berry Herb
FR: Eucalyptus “Strawberry Gum”
ES: Eucalipto “Strawberry Gum”
Aussehen und Merkmale
Die Blätter von Eukalyptus Olida sind länglich, ledrig, mattgrün und laufen spitz zu.

Frisch verströmen sie ein intensives, fruchtiges Aroma, das an Beeren, Passionsfrucht und reife Steinfrüchte erinnert.
Getrocknet wirken sie heller, leicht welk und erinnern optisch an getrocknete Kaffirlimetten- oder Lorbeerblätter.
Herkunft und Geschichte
Eukalyptus Olida stammt ursprünglich aus Australien, genauer aus den Wäldern von New South Wales. Dort wurde er bereits vor etwa 20.000 Jahren von den indigenen Bunjalung Ureinwohnern genutzt.
Mit der Kolonialisierung Australiens gelangte Olida nach Europa und wurde vor allem in der damaligen Lebensmittelindustrie eingesetzt, um Frucht- 6 Eigenaromen in Marmeladen und Konserven zu verstärken.
Später geriet es in Vergessenheit, gewinnt jedoch heute innerhalb der modernen australischen Küche und der Bushfood-Bewegung wieder deutlich an Bedeutung.
Anbau und Ernte
Der botanische Name des Gewürzes lautet Eucalyptus olida und gehört zur Familie der Myrtengewächse.
Olida wächst als Eukalyptusbaum, der bis zu 20 Meter hoch werden kann und eine graubraune Rinde ausbildet.
Verwendet werden ausschließlich die Blätter, nicht etwa Früchte, trotz der fruchtigen Aromatik.
Ursprünglich wurde Olida ausschließlich wild gesammelt, wird heute jedoch aufgrund steigender Nachfrage gezielt kultiviert.
Die Ernte erfolgt ähnlich wie bei Lorbeer oder Kaffirlimettenblättern: Die Blätter werden geerntet, getrocknet und anschließend ganz oder gemahlen weiterverarbeitet.
Hauptanbaugebiet ist weiterhin Australien, insbesondere New South Wales.
Geschmack und Aromaprofil
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Methylcinnamat, Benzaldehyd, Linalool, Neral und Geranial, und sie sind fettlöslich und alkohollöslich.
Charakteristik: fruchtig und beerig mit Anklängen von Passionsfrucht, warm-würzig mit deutlichen zimtigen und leicht holzigen Noten. Die Aromatik wirkt intensiv, aber zugleich elegant und rund.
Wirkung und Wissenswertes
Durch den hohen Gehalt an Methylcinnamat besitzt Olida stark geschmacksverstärkende Eigenschaften und wurde zeitweise als „süße Variante von Natriumglutamat“ bezeichnet, insbesondere im Fruchtbereich.
In der traditionellen Anwendung wurden ihm zudem antioxidative, antifungale und antibiotische Wirkungen zugeschrieben.
Trotz des englischen Namens „Forest Berry“ werden bei dieser Eukalyptusart ausschließlich die Blätter genutzt, nicht etwa Früchte.
Lagerung und Hinweise
Frische Olida-Blätter sind kaum erhältlich, weshalb Olida meist in getrockneter oder gemahlener Form verwendet wird. In dieser Form ist es mehrere Monate haltbar.
Zur Lagerung sollte Olida kühl, trocken, luftgeschützt, lichtgeschützt und feuchtigkeitsgeschützt aufbewahrt werden, da das Pulver stark feuchtigkeitsempfindlich ist und ansonsten rasch an Aroma verliert.
Verwendung
Verwendet werden ausschließlich die Blätter von Eukalyptus olida, frisch, getrocknet oder gemahlen.
Traditionell findet Olida Einsatz in Süßspeisen und Fruchtzubereitungen wie Kompotten, Fruchtsalaten, Marmeladen, Gebäck, Kuchen, Pfannkuchen und Pancakes.
Darüber hinaus wird es auch punktuell zu Fisch, Meeresfrüchten und hellen Fleischgerichten eingesetzt, um fruchtige Akzente zu setzen.
Partner und Aromapairing
Gute Gewürzpartner: Zimt, Nelken, Piment, Sternanis, Süßholz, Mastix, Rosen, Koriander, grüner Kardamom, Lorbeer, Zitronennoten, Zitronengras, Pfeffer, Fenchelsamen, Vanille, Koriandersaat, Muskatnuss, Muskatblüte, Wacholder, Szechuanpfeffer.
Ideale Zutatenpartner: Steinfrüchte, Äpfel, Birnen, Beeren, Sahne, Butter, Frischkäse, Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel, dunkles Fleisch wie Lamm und Rind.
Tipps für Maximum Flavor
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind fett- und alkohollöslich.
Olida sollte nicht lange mitgekocht werden, da sonst die volatilen Fruchtnoten verloren gehen und ein eher heuiger, scharfer Eindruck entsteht.
Ideal ist der Einsatz zum Schluss als Aromageber oder in kurzgegarten Gerichten. Besonders gut eignet sich Olida als Geschmacksbooster und nicht als dominante Hauptkomponente.
Eine kurze Infusion in fettreichen Medien wie Milch ermöglicht eine gezielte Aromaextraktion.
Als Richtwert gelten ein bis zwei Gramm Olida-Pulver oder ein bis zwei Blätter auf etwa 500 Gramm Früchte, Gemüse oder Flüssigkeit, anschließend fein abgeschmeckt.