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Orriswurzel

Orriswurzel

Die Orriswurzel ist eine alte Lilienart, die bereits seit Jahrhunderten in Europa verwendet wird. Auch wenn sie vor allem aus der Parfümindustrie bekannt ist, besitzt sie ebenfalls einen eigenen kulinarischen Reiz und findet dort gezielt Anwendung.

 


 

Namen und Synonyme

DE: Orriswurzel, Iriswurzel, Veilchenwurzel, Queen Elizabeth Root, Florentiner Schwertlilie
EN: Orris Root, Iris Root, Queen Elizabeth Root
FR: Racine d’iris
ES: Raíz de lirio

 


 

Aussehen und Merkmale

Die Orriswurzel ist bei uns meist in getrockneter, geschnittener Form oder als Pulver erhältlich. 

Merkmale_Orriswurzel

Sie weist eine beige bis weiße Färbung auf und besteht aus getrockneten Rhizomen. 

Die Wurzel ist hygroskopisch und zieht leicht Feuchtigkeit an. Ein zentrales Qualitätsmerkmal ist die Farbe: Hochwertige Orriswurzel ist möglichst hell bis weiß, während eine stärker beige Färbung auf geringere Qualität hindeutet. 

Das Schälen der Wurzel hat dabei einen maßgeblichen Einfluss auf die spätere Qualität.

 


 

Herkunft und Geschichte

Die ursprüngliche Herkunft der Orriswurzel liegt vermutlich in Südeuropa. 

Bereits seit Jahrhunderten, wenn nicht sogar Jahrtausenden, wurde die Orriswurzel als Heil- und Würzkraut genutzt. Besonders in der Antike in Griechenland un Rom fand sie breite Anwendung zum Parfümieren.

Diese parfümtechnische Nutzung machte die Orriswurzel über lange Zeit hinweg bekannt. Vor allem die Region um Florenz erlangte unter anderem zusätzliche Berühmtheit durch den Anbau der Irispflanzen und die Verarbeitung ihrer Blüten und Wurzeln. 

Bis heute ist die Orriswurzel hauptsächlich in der Parfümindustrie von Bedeutung, findet jedoch auch kulinarische Verwendung und ist Bestandteil einiger Gewürzmischungen, etwa Ras el Hanout.

 


 

Anbau und Ernte

Der botanische Name der Orriswurzel lautet Iris germanica Variante florentina und gehört zur Familie der Schwertliliengewächse

Die florentinische Variante wächst als kräftige Pflanze bis etwa 60 cm Höhe und bildet zart hellblaue bis weißliche Blüten, die von Mai bis Juni erscheinen. Sie sollte nicht mit nordamerikanischen Wild-Iris-Arten verwechselt werden.

Der Anbau der Orriswurzel ist äußerst zeitintensiv. Die Rhizome können frühestens drei Jahre nach der Aussaat geerntet werden.

Nach der Ernte werden die Wurzeln vollständig ausgegraben, sorgfältig geschält und anschließend über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren getrocknet. 

Erst durch diese lange Reifephase entwickeln sich die gewünschten Aromastoffe. Die Art des Schälens hat dabei einen entscheidenden Einfluss auf Qualität und Aromagehalt.

 


 

Geschmack und Aromaprofil

Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Alpha-Ironen und Beta-Ironen, ergänzt durch weitere Fettsäuren, die relativ gut fettlöslich und alkohollöslich sind.

Charakteristik: elegant, floral und veilchenartig, leicht kosmetisch und mit dezenten Bitternoten.

 


 

Wirkung und Wissenswertes

Hochwertiges Premiumpulver der florentinischen Iris-Variante ist nahezu rein weiß. Wird die Wurzel nicht sorgfältig geschält, kann das Pulver bräunlich bis grob beige ausfallen, was als Qualitätsminderung gilt.

Die Orriswurzel zählt zu den kostbarsten Rohstoffen der Parfümindustrie. Aus rund einer Tonne frischer Rhizome lassen sich lediglich etwa zwei Kilogramm ätherisches Öl gewinnen, was Orrisöl zu einem der teuersten ätherischen Öle weltweit macht.

 


 

Lagerung und Hinweise

Im Handel ist die Orriswurzel überwiegend als Pulver erhältlich. Dieses sollte keine Verfärbungen oder Klumpen aufweisen, da es stark hygroskopisch ist. Für die Lagerung gilt: kühl, trocken, luft-, licht- und besonders feuchtigkeitsgeschützt.

Alternativ sind geschnittene, getrocknete Rhizomstücke erhältlich, die unter denselben Bedingungen mehrere Monate ihr Aroma behalten.

 


 

Verwendung

Verwendet werden die getrockneten Rhizome der Schwertlilie.

Die Orriswurzel findet vor allem Einsatz in Gewürzmischungen aus dem Mittleren Osten und Nordafrika. Besonders bekannt ist ihre Verwendung in Ras el Hanout, einer klassischen marokkanischen Gewürzmischung.

Darüber hinaus wird sie zum Aromatisieren von Eintöpfen und Sirupen eingesetzt und findet auch Verwendung in Potpourris.

 


 

Partner und Aromapairing

Gute Gewürzpartner:
Piment, Pfeffer, Zimt, Nelken, Koriandersaat, Kurkuma, Dillsaat, Ingwer, Galgant, Fenchelsamen, Paprika, Kreuzkümmel, Kaffirlimettenblätter, Kaffirlimettenschalen, grüner Kardamom.

Ideale Zutatenpartner:
Dunkles Fleisch wie Lamm und Rind, Reisgerichte, Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Kichererbsen, Zitrusfrüchte wie Orangen, Äpfel, Birnen sowie Milchprodukte wie Milch, Sahne, Frischkäse und Mascarpone.

 


 

Tipps für Maximum Flavor

Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind fett- und alkohollöslich. Für maximale Qualität sollte ausschließlich hochwertige, helle Ware ohne Verfärbungen oder Klumpen verwendet werden.

Aufgrund ihrer feinen, floralen Aromatik eignet sich die Orriswurzel besonders zum Parfümieren und sollte erst zum Schluss eingesetzt werden. 

Auszüge in Alkohol oder Sirup ermöglichen eine gezielte Extraktion der Veilchennoten. 

Auch in fettigen Medien lassen sich die Aromen gut lösen, etwa durch ein kurzes Aromatisieren in Öl oder Butter, die anschließend zum Finishen verwendet werden.

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