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Muskatellersalbei

Muskatellersalbei

Eine weitere besondere Salbeivariante ist der Muskatellersalbei. Er ist bekannt für seine subtilen, muskatartigen Aromanuancen und wurde traditionell zur Aromatisierung von Wermut und Muskatellerweinen eingesetzt.

 


 

Namen und Synonyme

DE: Muskatsalbei, Römischer Salbei, Muskatkraut, Gartenscharlach, Scharlachkraut, stinkender Salbei, Wetterdamm
EN: Clary sage, muscatel sage
FR: Sauge sclarée
ES: Salvia esclarea

 


 

Aussehen und Merkmale

Der Muskatellersalbei besitzt große, sehr breite, meist herzförmig geformte Blätter. 

Merkmale_Muskatellersalbei

Diese sind stark geadert, haben eine raue Oberfläche und gezackte Ränder und zeigen ein sattes bis dunkles Grün. 

Auffällig sind zudem seine dekorativen Blüten, die in Rosa- bis Rot-Violett-Tönen erscheinen.

 


 

Herkunft und Geschichte

Der Muskatellersalbei stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum sowie aus Vorder- und Zentralafrika. 

Er ist besonders in trockenen, steinigen Regionen wie Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland, Bulgarien und der Türkei verbreitet. 

Bereits in der Antike wurde er von Kelten, Griechen und Römern als Gewürz- und Heilpflanze genutzt, wovon zahlreiche Schriften antiker Philosophen zeugen. 

Um das frühe Mittelalter förderte Karl der Große den Anbau des Muskatellersalbeis in Klostergärten. Historisch wurde er auch zur Aromatisierung von Wein und Wermut verwendet. 

Bis heute wird er sowohl ornamental als auch kulinarisch und in der Lebensmittelproduktion geschätzt.

 


 

Anbau und Ernte

Der botanische Name des Muskatellersalbeis lautet Salvia sclarea und gehört zur Familie der Lippenblütler

Es handelt sich um einen winterharten, kräftig wachsenden Strauch, der eine Höhe von bis zu etwa 1,20 Metern erreichen kann. Er bevorzugt mediterranes Klima sowie trockene, steinige Böden. 

Die Blütezeit liegt zwischen Juni und August, in diesem Zeitraum erfolgt auch die Ernte der Blätter.

 


 

Geschmack und Aromaprofil

Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Ester, Linalool, Terpinol und Sclarol, und sie sind sehr gut fett- und alkohollöslich.

Charakteristik: aromatisch und herb-würzig mit feinen muskatartigen Noten, florale Akzente sowie einen Hauch von Bergamotte.

 


 

Wirkung und Wissenswertes

Muskatellersalbei besitzt einen hohen Stellenwert in der Naturheilkunde. Er wurde traditionell insbesondere in der Frauenheilkunde, etwa bei Menstruationsbeschwerden und in der Geburtshilfe, eingesetzt. 

Ihm werden antiseptische und antiödematöse Eigenschaften zugeschrieben, ebenso Anwendungen bei Verdauungs- und Atembeschwerden. 

Auch heute wird er zur Gewinnung ätherischer Öle genutzt, die sowohl medizinisch als auch in der Parfümindustrie von Bedeutung sind. 

Aufgrund seines hohen Sclarol-Gehalts ist er besonders für Männerparfums geschätzt. Das ätherische Öl wirkt zudem antimikrobiell und konservierend, weshalb Muskatellersalbei früher auch zum Konservieren und Fermentieren eingesetzt wurde. 

Im Mittelalter nutzte man ihn zudem in Kombination mit schwarzem Holunder, um minderwertige Weine und alkoholische Getränke aromatisch aufzuwerten.

 


 

Lagerung und Hinweise

Bevorzugt sollten frische Muskatellersalbeiblätter verwendet werden. 

Eine Trocknung ist möglich, führt jedoch mit zunehmender Lagerdauer zu stärkerer Herbheit und Bitterkeit. 

Getrockneter Muskatellersalbei sollte kühl, trocken, luft- und feuchtigkeitsgeschützt gelagert werden und ist so bis zu einem Jahr haltbar. 

Alternativ eignet er sich zum Einfrieren, etwa in Eiswürfelformen, oder zur Konservierung in Öl.

 


 

Verwendung

Verwendet werden die Blätter des Muskatellersalbeis. 

Er eignet sich besonders für fettreiche Gerichte und findet vor allem in der französischen Küche Verwendung. 

Dort aromatisiert er Fleischgerichte, insbesondere Wildschwein und Kalb, und wird häufig in Pasteten, Quiches und Soßen eingesetzt. Darüber hinaus kann er auch fruchtigen Desserts und Marmeladen eine besondere aromatische Tiefe verleihen.

 


 

Partner und Aromapairing

Gute Gewürzpartner: Ceylonzimt, Nelken, Piment, schwarzer Pfeffer, Fenchel, Sternanis, Rosenblätter, Koriander, schwarzer und grüner Kardamom, Lorbeer, Zitronenmyrte, Zitronengras, Knoblauch, Curryblätter, Szechuanpfeffer, Chili, Muskatblüte, Wacholder.


Ideale Zutatenpartner: Wurzelgemüse, Kürbis, Karotten, Fenchel, Geflügel, Schwein, Wild, Backwaren, Pasteten, Feigen und Nüsse.

 


 

Tipps für Maximum Flavor

Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind alkohol- und fettlöslich.

Muskatellersalbei eignet sich hervorragend für Auszüge in Fett, etwa durch sanftes Erhitzen in Butter oder Öl bei moderater Temperatur oder als Gewürzöl mit neutralen Pflanzenölen. 

Er verträgt auch längeres Mitkochen bei moderater Hitze. 

Aufgrund seiner intensiv parfümierten Aromatik kann er zudem kurz vor dem Anrichten in fetthaltigen Medien eingesetzt werden, wobei er nur kurz ziehen sollte, um sein Aroma gezielt und elegant zu entfalten.

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