Samtblume
Die Samtblumen sind ein Gewürzkraut, das hauptsächlich in Zentral- und Südamerika angebaut, verbreitet und verwendet wird. Doch auch bei uns hat es als Küchenkraut seine Daseinsberechtigung.
Namen und Synonyme
DE: Mexikanischer Estragon, Mexikanische Tagetes, Süßtagetes, Süßmäß
EN: Mexican tarragon, Mexican mint marigold, Texas tarragon, sweet mace, anisillo, sweet marigold
FR: Estragon mexicain
ES: Pericón
Aussehen und Merkmale
Die Samtblume erinnert im Erscheinungsbild stark an Estragon.

Sie besitzt dunkelgrüne, schmale, länglich-lanzettlich geformte Blätter sowie gelbe Blüten.
Die Blätter können eine Länge von bis zu zehn Zentimetern erreichen.
Herkunft und Geschichte
Die Samtblume oder auch Tagetes lucida, wie sie botanisch genannt wird, stammt ursprünglich aus Mexiko sowie aus anderen Regionen Zentralamerikas wie Guatemala.
Sie wurde dort traditionell sowohl in der lokalen Kultur als medizinische Heilpflanze als auch in der Kulinarik verwendet. Im Handel mit Arzneimitteln ersetzte sie häufig den amerikanischen Estragon.
Es gibt zudem Hinweise aus archäologischen Funden, dass das indigene Volk der Huichol in Mexiko die Pflanze auch zum Rauchen verwendete und dabei halluzinogene Zustände erreichte. Auch die Azteken setzten sie in rituellen Zusammenhängen ein.
Anbau und Ernte
Der botanische Name der Samtblume lautet Tagetes lucida und gehört zur Familie der Korbblütler.
Sie wächst als länglich-dichte, buschige Staude und erreicht eine Höhe von etwa 45 bis 70 cm. Im späten Sommer bildet die Pflanze ihre goldgelben Blüten aus. Hauptanbaugebiete liegen weiterhin in Zentralamerika, insbesondere in Mexiko.
Geschmack und Aromaprofil
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Estragol, Anethol und Eugenol und sie sind sehr gut alkohollöslich sowie gut fettlöslich.
Charakterisitk: süß-würzig und dem Estragon sehr ähnlich, mit deutlich wahrnehmbaren Anis- und Lakritznoten. Ebenso schleichen sich feine Nelkenaromen in das Geschmacksprofil ein.
Wirkung und Wissenswertes
Speziell in der lokalen Heilmedizin der ansässigen Ureinwohner besitzt die Samtblume einen hohen Stellenwert. Ihr wurde nachgesagt, Fieber zu senken sowie bei Durchfall und Verdauungsstörungen lindernd zu wirken. Häufig wurde aus ihr ein Tee gebrüht, um Erkältungen zu behandeln.
Ein in Mexiko ansässiger Stamm mischte die Blätter zudem mit Urtabak und verwendete sie, um halluzinogene Zustände zu erreichen. Die Azteken hingegen nutzten die Pflanze auch kulinarisch, indem sie ihn mit Kakao kombinierten und so ihre Getränke aromatisierten.
Aus den Blüten lassen sich zudem Farbpigmente gewinnen, die eine gelbliche Färbung von Stoffen und die Herstellung von Farben ermöglichen.
Lagerung und Hinweise
Die frischen Blätter der Samtblume lassen sich feucht eingeschlagen einige Tage im Kühlschrank aufbewahren.
Alternativ können sie getrocknet werden, sollten jedoch kühl, trocken, luftdicht und feuchtigkeitsgeschützt gelagert werden. Durch das Trocknen verlieren sie zwar einen Teil ihres Aromas, lassen sich jedoch mehrere Monate aufbewahren.
Verwendung
Verwendet werden die ganze Pflanze beziehungsweise die ganzen Blätter der Samtblume. Sie finden hauptsächlich Anwendung in Tees, in Getränken oder als Substitut für klassischen Estragon in deftigen Gerichten und Soßen.
Partner und Aromapairing
Gute Gewürzpartner: Koriander, Pfeffer, Anis, Nelken, Piment, Zimt, Süßholz, Kakao, Kaffee, Zitronen, Zitrustesten, Chili, Knoblauch, Butter.
Ideale Zutatenpartner: Öl, Butter, Eier, Essig, Wein, Geflügel, Rind, Schwein, Gemüse wie Tomaten, Zucchini und Wurzelgemüse, Oliven, salzige Fische.
Tipps für Maximum Flavor
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind alkohol- und fettlöslich.
Generell sollte die Samtblume ähnlich wie Estragon behandelt und dezent dosiert werden, da ansonsten ein zu dominanter Lakritz- oder Anisgeschmack entsteht. Idealerweise lassen sich mit der Samtblume auch Extrakte in neutralem Pflanzenöl oder in Essig herstellen, um die Aromastoffe gezielt zu extrahieren.
Generell ist Fett ein sehr guter Geschmacksträger und Partner für die Samtblume und eignet sich besonders, um ihre Aromatik zu tragen und zu intensivieren.
Sie sollte nicht zu lange mitgekocht werden, sondern eher gegen Ende der Garzeit bei milder Hitze mitziehen, um die Aromen zu lösen, jedoch nicht zu zerstören.
Alternativ kann sie frisch geschnitten kurz vor dem Servieren untergehoben oder als Finishing- und Toppingkraut über die Gerichte gestreut werden.