Orangenthymian
Auch der Orangenthymian sollte hier Erwähnung finden. Als weitere Unterart des Thymians und eng verwandt mit dem Zitronenthymian hat er aufgrund seiner orangigen und mandarinigen Noten hier seinen Platz verdient.
Namen und Synonyme
DE: Orangenthymian, Wohlriechender Thymian
EN: Orange thyme, Spicy Orange Thyme
FR: Thym orange
ES: Tomillo naranja
Aussehen und Merkmale
Auch der Orangenthymian ist in seinem Aufbau den übrigen Thymiansorten sehr ähnlich.

Er besitzt kleine, ovale bis leicht lanzettliche Blätter, die graugrün bis mittelgrün gefärbt sind und an vierkantigen, oftmals rötlichen Stängeln sitzen.
Das eindeutige Erkennungsmerkmal ist sein intensiver orangiger Duft.
Herkunft und Geschichte
Auch der Orangenthymian stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Er ist ein Hybrid aus dem Echten Thymian und dem Arzneithymian.
Seine Kultivierung erfolgte gezielt im Hinblick auf das ausgeprägte orangige Aroma, das durch Züchtung weiterentwickelt wurde.
Anbau und Ernte
Der botanische Name des Orangenthymians lautet Thymus fragrantissimus, Synonym Thymus vulgaris fragrantissimus, und gehört zur Familie der Lippenblütler.
Er wächst als buschiger Halbstrauch und erreicht eine Höhe von etwa 10 bis 30 cm. Die Blütezeit liegt im Sommer, meist von Juni bis Juli, wobei rosafarbene bis hellviolette Blüten ausgebildet werden. Die Ernte erfolgt idealerweise kurz vor oder während der Blüte, wenn das Aroma am intensivsten ist.
Geschmack und Aromaprofil
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Geraniol, Nerol sowie leichte Anteile von Thymol und sie sind sehr gut fettlöslich sowie sehr gut alkohollöslich.
Charakteristik: leicht thymian-krautig, jedoch bei weitem nicht so intensiv wie klassischer Thymian. Stattdessen treten deutlich citrus-, orangen- und mandarinennote Aromen in den Vordergrund.
Wirkung und Wissenswertes
Diese Unterart des Thymians wurde gezielt auf ihre orangigen Aromen hin gezüchtet. Weitere mögliche Anwendungen in der Heilkunst entsprechen grundsätzlich den allgemeinen Eigenschaften des Thymians.
Lagerung und Hinweise
Frischer Orangenthymian kann feucht eingeschlagen mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Getrocknete Orangenthymianblätter sollten kühl, trocken und luftgeschützt gelagert werden. So lassen sie sich mehrere Monate bis über ein Jahr aufbewahren.
Verwendung
Verwendet werden die Blätter des Orangenthymians.
Er findet hauptsächlich Verwendung in Schmorgerichten, eignet sich jedoch ebenso für Getränke, Salate, Süßspeisen und andere Desserts sowie für Tees.
Partner und Aromapairing
Gute Gewürzpartner: Schwarzer Pfeffer, Koriander, Fenchel, Rosmarin, Lorbeer, Ingwer, Galgant, Amchur, Annatto, Zitronenzesten.
Ideale Zutatenpartner: Helles Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, Blatt- und Fruchtgemüse wie Tomaten, Zucchini, Salate wie Lollo Rosso, Lollo Bianco und Rucola, Früchte wie Äpfel, Granatapfel und Mango, Butter, Karotten, Kürbis, Süßkartoffeln.
Tipps für Maximum Flavor
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind alkohol- und fettlöslich.
Vorrangig sollte der Orangenthymian deutlich nach Mandarine oder Orange duften und schmecken.
Er eignet sich ideal als Topping oder zum frischen Unterheben in Salate, um seine Orangenaromatik besonders hervorzuheben.
Alternativ kann er in fettreichen Medien länger mitgegaren werden, damit sich seine Aromen vollständig entfalten.
Ebenso eignet er sich zur Herstellung von Würzölen oder zur Aromatisierung im Sous-vide-Verfahren in neutralem Öl.
Auch Auszüge in Zuckerlösungen mit etwas Alkohol extrahieren seine Orangenaromen gezielt und lassen sich hervorragend zum Aromatisieren von Desserts einsetzen.