Schwarzer Trüffel
Ein Gegenstück zum weißen Trüffel, aber ebenso ein Symbol der Spitzengastronomie, ist der schwarze Trüffel. Auch er überzeugt durch sein einzigartiges Aroma und nimmt seit Jahrhunderten einen festen Platz in der gehobenen Küche ein, wobei er gezielt und zurückhaltend eingesetzt werden sollte.
Namen und Synonyme
DE: Schwarzer Trüffel, Périgord-Trüffel
EN: Black Truffle, Périgord Truffle
FR: Truffe noire, Truffe du Périgord
ES: Trufa negra
Aussehen und Merkmale
Der schwarze Trüffel besitzt eine sehr charakteristische Optik.

Seine Oberfläche ist wulstig, stark uneben und warzig, mit einer Färbung von schwarz bis schwarzbraun.
Er erreicht meist eine Größe von bis zu zehn Zentimetern.
Im Anschnitt zeigt ein junger schwarzer Trüffel ein helles, fast weißliches Fruchtfleisch, das mit zunehmender Reife dunkler und brauner wird, jedoch stets von einer feinen, weißen Marmorierung durchzogen ist.
Zu unterscheiden sind der hochwertige Périgord-Trüffel und qualitativ minderwertigere Winter- oder Sommertrüffel, die sich in Erntezeit und Aromatik unterscheiden.
Herkunft und Geschichte
Wie der weiße Trüffel war auch der schwarze Trüffel seit jeher bekannt und wurde als göttliches Geschenk angesehen, dem aphrodisierende Wirkungen zugeschrieben wurden.
Im Mittelalter verlor er zeitweise an Bedeutung, bevor er in der Neuzeit, insbesondere mit dem Aufkommen der gehobenen Gastronomie, wieder stark an Wertschätzung gewann.
Heute gilt er als eines der wichtigsten Luxusprodukte der klassischen französischen und internationalen Küche.
Anbau und Ernte
Der botanische Name des Périgord-Trüffels lautet Tuber melanosporum und er gehört zur Familie der Trüffelverwandten.
Er wächst in einer Bodentiefe von etwa 5 bis 50 Zentimetern und geht symbiotische Beziehungen mit Laub- und Nussbäumen ein.
Im Gegensatz zum weißen Trüffel lässt sich der schwarze Trüffel unter sehr spezifischen Bedingungen kontrolliert anbauen. Entscheidend sind dabei Bodenstruktur, pH-Wert, Nährstoffgehalt sowie geeignete Wirtsbäume.
Die Fruchtkörper bilden sich zwischen April und Juni, die Ernte erfolgt von November bis März. Geerntet wird ausschließlich in Handarbeit mithilfe speziell ausgebildeter Trüffelhunde.
Neben klassischen Anbaugebieten in Frankreich, Italien und Spanien wird schwarzer Trüffel heute auch in Australien, Neuseeland und Nordamerika kultiviert.
Geschmack und Aromaprofil
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Dimethylsulfid, Methylbutanal, Octen und Pyrazine. Diese sind sehr gut fettlöslich, gut alkohollöslich, jedoch schlecht wasserlöslich.
Charakteristik: Geschmacklich wird der schwarze Trüffel als erdig, warm, nussig und langanhaltend beschrieben, mit einer deutlich tieferen, runderen Aromatik im Vergleich zum weißen Trüffel.
Wirkung und Wissenswertes
Der schwarze Trüffel darf nicht mit dem chinesischen Trüffel oder dem Wintertrüffel verwechselt werden. Der chinesische Trüffel weist eine glattere, dunkelrote bis dunkelgraue Oberfläche auf und gilt ebenso wie der Wintertrüffel als deutlich minderwertiger im Aroma.
Der echte schwarze Périgord-Trüffel zeichnet sich durch seine Komplexität, Tiefe und Stabilität der Aromatik aus.
Lagerung und Hinweise
Auch der schwarze Trüffel ist nur sehr begrenzt lagerfähig.
Er sollte luftdicht, kühl und trocken gelagert werden, idealerweise im Kühlschrank bei etwa 2 bis 4 Grad. Unter optimalen Bedingungen hält er sich wenige Tage bis maximal etwa eine Woche, bevor der Aromaverlust deutlich spürbar wird.
Verwendung
Verwendet werden die ganzen schwarzen Trüffelknollen.
Sie sollten möglichst frisch verarbeitet und vorzugsweise als Finishing-Gewürz eingesetzt werden.
Der Trüffel wird kurz vor dem Servieren fein gehobelt oder gerieben, um sein Aroma optimal zur Geltung zu bringen.
Besonders geeignet ist er für Suppen, Vorspeisen, Salate, helle Meeresfrüchte sowie Pasta- und Reisgerichte.
Partner und Aromapairing
Gute Gewürzpartner: feines Salz, minimal schwarzer oder weißer Pfeffer, ein Hauch Muskatnuss, Safran
Ideale Zutatenpartner: Risotto, Pasta, Polenta, Butter, Milch, Sahne, Pecorino, Parmesan, weitere milde Käsesorten, neutrales Gemüse
Tipps für Maximum Flavor
Die hauptprägenden Aromaverbindungen des schwarzen Trüffels sind fettlöslich.
Im Gegensatz zum weißen Trüffel verträgt der schwarze Trüffel ein sanftes Erhitzen. Eine leichte Erwärmung in Butter, neutralem Öl oder hochwertigem Olivenöl eignet sich zur Aromatisierung.
Dennoch sollte er bevorzugt frisch und kurz vor dem Servieren über das Gericht gehobelt werden, um seine Aromatik bestmöglich zu bewahren.