Tasmanischer Bergpfeffer
Beim tasmanischen Bergpfeffer handelt es sich um ein Gewürz, das botanisch kein echter Pfeffer ist. Lediglich durch seine Oberfläche und sein äußeres Erscheinungsbild wird er mit Pfeffer verglichen, obwohl er einer völlig anderen Pflanzengattung entstammt.
Namen und Synonyme
DE: Tasmanischer Bergpfeffer, Bergpfeffer, Tasmanischer Pfeffer, australischer Pfeffer
EN: Mountain pepper, Tasmanian pepperberry, Tasmanian mountain pepper, Australian Pepper
FR: Poivre de Tasmanie
ES: Pimienta de Tasmania
Aussehen und Merkmale
Die getrockneten Beeren des tasmanischen Bergpfeffers erinnern optisch an Kubebenpfeffer oder schwarzen Pfeffer.

Sie sind etwa erbsengroß, dunkelrot bis schwarz gefärbt und besitzen häufig noch einen Stielansatz.
Die Oberfläche ist runzelig und beerenartig. Im Inneren befinden sich die Samen, die von der aromatischen Fruchthülle umgeben sind.
Herkunft und Geschichte
Der tasmanische Bergpfeffer stammt aus Regionen wie New South Wales und Victoria in Australien. Er wird dort seit Jahrtausenden von den indigenen Ureinwohnern Australiens, den Aboriginals, als fester Bestandteil ihrer Ernährung genutzt.
Bereits nach der Kolonisierung Australiens begannen die Engländer, den tasmanischen Bergpfeffer zu exportieren. Dennoch blieb er lange Zeit weitgehend unbekannt. In der westlichen Welt gilt er bis heute als exklusives Luxusgewürz und ist vor allem unter Liebhabern, Gourmets und professionellen Köchen verbreitet.
Anbau und Ernte
Der botanische Name des tasmanischen Bergpfeffers lautet Tasmannia lanceolata und gehört zur Familie der Winteraceae. Er ist damit kein Mitglied der Pfeffergewächse und nicht mit echtem Pfeffer verwandt.
Die Pflanze wächst als immergrüner Strauch in Höhenlagen von bis zu 1.200 Metern und erreicht eine Höhe von etwa fünf bis zehn Metern. Sie bildet dunkle, teils schwarze Früchte aus, die ausschließlich von Hand geerntet und anschließend traditionell in der Sonne getrocknet werden.
Die Hauptanbaugebiete des tasmanischen Bergpfeffers liegen bis heute ausschließlich in Australien, insbesondere in Victoria, New South Wales und Tasmanien.
Geschmack und Aromaprofil
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Polygodial, Cineol und Pinen, und sie sind überwiegend fett- und alkohollöslich.
Charakteristik: scharf und kühl-mentholig, dunkle Beerennoten sowie eine süßlich-fruchtige, prickelnde Schärfe. Begleitend zeigen sich leichte blumige und rosige Aromen, die ihm ein eigenständiges und komplexes Geschmacksprofil verleihen.
Wirkung und Wissenswertes
Bereits die Aborigines nutzten den tasmanischen Bergpfeffer nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch zu heilenden Zwecken. Er wurde traditionell bei Zahnschmerzen, Hautproblemen sowie bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt.
In den 1990er-Jahren entstand in Australien die sogenannte Bushfood-Bewegung, die es sich zum Ziel setzte, die traditionelle australische Küche in die moderne Gastronomie zu integrieren. Diese Entwicklung verhalf auch dem tasmanischen Bergpfeffer zu einer neuen Renaissance.
Im Gegensatz zum klassischen Pfeffer, dessen Schärfe auf Piperin beruht, ist Polygodial der Hauptscharfstoff des tasmanischen Bergpfeffers. Aufgrund seines komplexen Aromaprofils kann er in vielen Anwendungen auch als Ersatz für klassischen Pfeffer oder Piment verwendet werden.
Lagerung und Hinweise
Tasmanischer Bergpfeffer sollte ausschließlich in ganzen Beeren gelagert werden.
Kühl, trocken sowie luft- und lichtgeschützt aufbewahrt, hält er sich über mehrere Monate aromatisch stabil.
Verwendung
Verwendet werden die ganzen Beeren des tasmanischen Bergpfeffers.
Sie können im Ganzen, leicht aufgebrochen, geschrotet oder gemahlen eingesetzt werden. Er eignet sich besonders für deftige Fleisch-, Wild- und Gemüsegerichte sowie für Suppen, Saucen, Dressings und Marinaden. Aufgrund seiner intensiven Aromatik wird er bevorzugt als Finishing-Gewürz verwendet.
Partner und Aromapairing
Gute Gewürzpartner: Zitronenschalen, Limettenschalen, Orangenschalen, Lorbeer, Wacholder, Amchur, Sumac, Zitronengras, Anardana,Rosmarin, Thymian, Majoran, Koriander, Chili, schwarzer Pfeffer.
Ideale Zutatenpartner: dunkles Fleisch wie Wild, Lamm und Rind, Wurzelgemüse, Blütengemüse, Kürbis und Kartoffeln.
Tipps für Maximum Flavor
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind überwiegend alkohol- und fettlöslich.
Aufgrund seiner sehr direkten und intensiven Schärfe sollte tasmanischer Bergpfeffer äußerst sparsam dosiert werden, idealerweise in Messerspitzen.
Eine zu feine Mahlung kann schnell zur Überdosierung führen, weshalb grobes Schroten empfohlen wird.
Um Bitterkeit zu vermeiden, sollte er nicht lange mitgegart werden, sondern bevorzugt zum Ende der Garzeit zum Nachschärfen und Aromatisieren eingesetzt werden.