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Weißer Trüffel

Weißer Trüffel

Wohl wenige andere Produkte stehen so sehr für die Spitzen- und gehobene Gastronomie wie der weiße Trüffel. Er besticht durch sein extrem feines, intensives Aroma, sollte jedoch stets sehr dezent und mit großer Zurückhaltung eingesetzt werden.

 


 

Namen und Synonyme

DE: Weißer Trüffel, Herrentrüffel, Piemonttrüffel, Albatrüffel
EN: White Truffle, Alba white truffle
FR: Truffe blanche
ES: Trufa blanca

 


 

Aussehen und Merkmale

Der weiße Trüffel besitzt ein sehr charakteristisches Erscheinungsbild. 

Merkmale_weisser_Trueffel

Er ist knollenförmig, variiert stark in seiner Größe und weist eine beige bis ockerfarbene Oberfläche auf, die überwiegend glatt ist, jedoch auch Unebenheiten und feine Papillen zeigen kann. 

Sein Duft ist äußerst intensiv, fein und sofort als Trüffelaroma erkennbar. 

Im Anschnitt zeigt sich ein weißes bis cremefarbenes Fruchtfleisch mit deutlich ausgeprägter, feiner Marmorierung. 

Der weiße Trüffel ist nicht mit minderwertigeren Frühlingstrüffeln zu verwechseln.

 


 

Herkunft und Geschichte

Der weiße Trüffel blickt auf eine sehr lange Nutzungsgeschichte zurück. 

Bereits in der Antike wurde er, insbesondere bei den Römern, als Geschenk Jupiters verehrt, im Mittelalter nahm jedoch seine Bedeutung ab, da ihm teilweise negative Wirkungen zugeschrieben wurden. 

Erst in der Renaissance erlebte er vor allem am französischen Hof eine Wiederentdeckung und etablierte sich rasch als Luxusobjekt. 

Bis heute gilt der weiße Trüffel, oft auch als König der Trüffel bezeichnet, als eines der exklusivsten Produkte der gehobenen Gastronomie.

 


 

Anbau und Ernte

Der botanische Name des weißen Trüffels lautet Tuber magnatum und er gehört zur Familie der Trüffelverwandten

Bis heute ist es nicht gelungen, den weißen Trüffel industriell oder kontrolliert zu kultivieren, weshalb er ausschließlich aus natürlichen Vorkommen stammt. 

Die genauen Bedingungen für sein Wachstum sind noch nicht vollständig erforscht, sicher ist jedoch, dass die Regionen Piemont, Toskana und Emilia-Romagna besonders geeignete Böden bieten. 

Die Erntezeit reicht von September bis Januar. Die reifen Fruchtkörper werden in aufwendiger Handarbeit gesucht, früher mithilfe von Trüffelschweinen, heute nahezu ausschließlich mit speziell ausgebildeten Trüffelhunden.

 


 

Geschmack und Aromaprofil

Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Dithiopentan, Methanethiol, Methylbutanal und Octen, sie sind sehr gut fett- und alkohollöslich und weisen nur eine geringe Wasserlöslichkeit auf.


Charakteristik: Der weiße Trüffel besitzt ein extrem intensives, sofort präsentes Aroma. Es wird als sehr dominant beschrieben und zeigt knoblauch-zwiebelige, käseartige sowie erdig-waldige Noten. 

 


 

Wirkung und Wissenswertes

Der weiße Trüffel wurde historisch stets hoch geschätzt und galt in der römischen Antike auch als natürliches Aphrodisiakum. 

Die Haupterntezeit liegt zwischen September und Januar & Frühlingstrüffel, die von Januar bis April geerntet werden, gelten als deutlich minderwertiger und weniger aromatisch. 

Die wichtigsten Vorkommen liegen in Norditalien, insbesondere im Piemont, in der Emilia-Romagna, der Toskana und Umbrien, aber auch in Venetien, Istrien sowie Teilen Dalmatiens. 

Früher wurden Trüffel mit Schweinen gesucht, was sich als schwierig erwies, da diese die gefundenen Trüffel häufig selbst fraßen.

Die Erntezeit bestimmt hauptsächlich das Aromo und die Qualität, Weißer Trüffel im Herbst/Winter - Jänner, Frühlingstrüffel von Jänner bis April.

 


 

Lagerung und Hinweise

Weiße Trüffel sind nur sehr eingeschränkt lagerfähig und verlieren schnell an Aroma. 

Sie sollten im Kühlschrank bei etwa 2 bis 4 Grad in einem luftdicht verschlossenen Glas mit frischem Küchenpapier gelagert werden, das idealerweise täglich gewechselt wird. 

Auch unter optimalen Bedingungen ist die Haltbarkeit auf wenige Tage begrenzt. 

Da der Trüffel schnell Feuchtigkeit aufnimmt, muss er trocken gelagert werden, um Schimmelbildung zu vermeiden.


 

Verwendung

Verwendet wird der frische Fruchtkörper des weißen Trüffels. 

Er dient ausschließlich als Finish und wird hauchdünn frisch über das Gericht gehobelt. Typische Einsatzgebiete sind einfache, zurückhaltend gewürzte Gerichte, bei denen der Trüffel klar im Vordergrund stehen kann.

 


 

Partner und Aromapairing

Gute Gewürzpartner: feines Salz, weißer Pfeffer, ein Hauch Muskatnuss

Ideale Zutatenpartner: Pecorino, Parmesan, Pasta, Reisgerichte, Polenta, Butter, Sahne, Milchprodukte, Fisch und anderes helles Fleisch

 


 

Tipps für Maximum Flavor

Die Hauptaromen des weißen Trüffels sind fett- und alkohollöslich. 

Er eignet sich nicht zum Mitkochen, da Hitze seine Aromen sehr schnell zerstört. 

Für maximalen Geschmack sollte er immer erst unmittelbar vor dem Servieren frisch über das Gericht gehobelt werden. 

Eine sehr sparsame Dosierung ist essenziell, da seine dominanten Aromen sonst alle anderen Komponenten überdecken. 

Erhitzen oder längeres Warmhalten zerstört die Trüffelnoten vollständig. 

Überschüssiger Trüffel kann fein gehobelt in neutralem Öl bei etwa 40 Grad für rund 45 Minuten sous-vide extrahiert werden, um ein mildes Trüffelöl herzustellen.

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