Zimtblatt / Indischer Lorbeer
Auch wenn der Name anderes vermuten lässt, ist das Zimtblatt nicht direkt mit Zimtstangen verwandt, sondern gehört zu den Lorbeergewächsen. Aromatisch bewegt es sich zwischen Lorbeer und Zimt und ist ein zentrales Würzblatt in der indischen, orientalischen und südostasiatischen Küche.
Namen und Synonyme
DE: Zimtblatt, Indischer Lorbeer, Zimtlorbeer, Indisches Zimtblatt, Mutterzimt
EN: Cinnamon leaf, Indian bay leaf
FR: Feuille de cannelle
ES: Hoja de canela
Aussehen und Merkmale
Zimtblätter sind lorbeerähnlich, etwa 5–10 cm groß, ledrig und meist spitz zulaufend.

Charakteristisch sind die drei deutlich parallel verlaufenden Blattadern.
Bereits im trockenen Zustand verströmen sie ein klares, warmes Zimtaroma.
Herkunft und Geschichte
Das Zimtblatt stammt ursprünglich aus dem Himalaya-Raum, insbesondere aus Nepal, Bhutan und Sikkim.
Es wird seit der Antike als Gewürz genutzt und gelangte über Handelsrouten auch nach Europa. In der indischen Küche ist es fester Bestandteil, ebenso in Teilen der arabischen und südostasiatischen Küche.
Die Rinde des Baumes wird regional auch als einfacher Zimtersatz verwendet.
Anbau und Ernte
Der botanische Name ist Cinnamomum tamala, aus der Familie der Lorbeergewächse.
Es handelt sich um einen immergrünen Baum, der 10–20 Meter hoch werden kann.
Die Blätter werden von Hand geerntet, anschließend schonend getrocknet und ganz in den Handel gebracht.
Geschmack- und Aromaprofil
Die hauptprägenden Aromaverbindungen sind Zimtaldehyd, Eugenol, Linalool und Cineol. Diese sind überwiegend fett- und alkohollöslich.
Charakteristik: warm-zimtig, leicht würzig, dezent süßlich und florale Noten
Wirkung und Wissenswertes
Im Handel existieren sehr nahe verwandte Blätter mit ähnlichem Erscheinungsbild. Häufig wird das Zimtblatt mit dem indonesischen Salamblatt verwechselt, das jedoch deutlich milder und aromatisch anders gelagert ist.
Zimtblätter besitzen eine klarere Zimtnote und mehr Tiefe als klassische Lorbeerblätter.
Das Zimtlbatt ist mit dem Lorbeer verwand und nur oberflächig mit dem echten Zimt oder Kassie.
Auch wenn es Zimtblatt heißt, kommen die Blätter daher nicht von den Zimtbäumen
Lagerung und Hinweise
Getrocknete Zimtblätter sollten trocken, lichtgeschützt, luftdicht und vor Feuchtigkeit geschützt gelagert werden.
Unter diesen Bedingungen behalten sie ihr Aroma bis zu einem Jahr.
Verwendung
Verwendet werden ausschließlich ganze, getrocknete Zimtblätter.
Sie aromatisieren Reisgerichte, Currys, Schmorgerichte, Fleisch- und Gemüsezubereitungen und werden ähnlich wie Lorbeerblätter mitgekocht und vor dem Servieren entfernt.
Partner und Aromapairing
Gute Gewürzpartner: Zimt, Nelke, Piment, Muskatblüte, Kardamom, Sternanis, schwarzer Pfeffer, Kümmel, Lorbeerblatt, Kaffirlimette
Ideale Zutatenpartner: Rind, Lamm, Knoblauch, Zwiebel, Wurzelgemüse, Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Kichererbsen), Getreide (Reis), Fettträger wie Butter, Milch und Sahne
Tipps für Maximum Flavor
Die prägenden Aromastoffe des Zimtblatts sind fett- und alkohollöslich.
Für maximale Aromaausbeute sollten die Blätter kurz in Fett angeröstet und/oder von Beginn an in fettreichen Gerichten mitgekocht werden.
Längeres, sanftes Garen sorgt für eine tiefe, warme Zimtnote ohne Dominanz.