Zitronemyrte
Die Zitronenmyrte ist ein vergleichsweise junges Gewürz in der europäischen Küche, obwohl sie in Australien seit Jahrtausenden genutzt wird. Sie gilt als einer der intensivsten natürlichen Zitronenaromaträger und hat sich seit den 1990er-Jahren als hochwertiger Zitronenersatz etabliert.
Namen und Synonyme
DE: Zitronenmyrte, Myrtenzitrone, Zitronenteebaum
EN: Lemon Myrtle
Aussehen und Merkmale
Die Blätter der Zitronenmyrte sind dick, ledrig und glänzend.

Sie erinnern farblich an Lorbeer, sind hell- bis mittelgrün und verströmen bereits beim leichten Zerreiben ein extrem intensives Zitronenaroma.
Herkunft und Geschichte
Die Zitronenmyrte stammt aus Australien und Teilen Südostasiens. Bereits die Aborigines nutzten sie vor Tausenden von Jahren als Würz- und Heilpflanze.
1880 wurden ihre ätherischen Öle erstmals kommerziell genutzt. Während des Zweiten Weltkriegs diente sie als Zitronenersatz bei Zitrusknappheit.
Erst ab den 1990er-Jahren fand sie ihren festen Platz in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie Europas.
Anbau und Ernte
Der Botanischer Name ist Backkousia citriodora aus Familie der Myrtengewächse.
Die Pflanze wächst strauchförmig, ist schnellwachsend und ganzjährig erntbar. Geerntet werden ausschließlich die Blätter, die anschließend schonend getrocknet und meist gemahlen verkauft werden.
Hauptanbaugebiete sind Queensland Australien, Malaysia und China
Geschmack und Aromaprofil
Hauptaromastoffe sind Citral, Linalool, Sulcaton und weitere Terpene. Alle Aromaverbindungen sind fettlöslich, Citral ist zudem sehr hitze- und lichtempfindlich.
Charakteristik:
Extrem zitronig, warm, leicht bitter, krautig, mit dezenten Eukalyptus- und Kampfernoten.
Hauptaromastoffe sind Citral, Linalool, Sulcaton und weitere Terpene. Alle Aromaverbindungen sind fettlöslich, Citral ist zudem sehr hitze- und lichtempfindlich.
Wirkung und Wissenswertes
Zitronenmyrte besitzt stark antioxidative und antibakterielle Eigenschaften und wurde traditionell als Antiseptikum verwendet. Heute wird sie vor allem in der Parfüm- und Kosmetikindustrie genutzt.
Seit den 2010er-Jahren ist die Pflanze durch den Pilz Guavenrost bedroht, was ihre Verfügbarkeit langfristig einschränken könnte.
Die Zitronenmyrte weiß eine 30fach höhere Konzentration von Zitrusaroma als Zitronen auf.
Lagerung und Hinweise
Sehr empfindlich gegenüber Licht und Wärme. Diese zerstören die Aromen recht schnell
Pulver wie ganze Blätter stets kühl, dunkel, luft- und feuchtigkeitsgeschützt lagern, um Aromaverlust zu vermeiden.
Verwendung
Verwendet werden ausschließlich die Blätter – ganz oder gemahlen.
Ideal zum Aromatisieren von: Soßen, Suppen und Currys, Getränken,
Zitronenmyrte liefert Zitronenaroma ohne Säure und eignet sich gerade hier besonders zur Aromatisierung von Milch- und Sahnehaltigen Speisen, da durch die fehlende Säure keine Gerinnung stattfinden kann.
Partner und Aromapairing
Gute Gewürzpartner:
Zitronengras, Chili, Limette, Ingwer, Galgant, Zimt, Lorbeer, grüner Kardamom, schwarzer Pfeffer, Piment
Ideale Zutatenpartner:
Knoblauch, Olivenöl, Wurzelgemüse (Kartoffel, Kürbis), Fisch (Lachs, Forelle), Wild, Lamm, süßes und herzhaftes Gebäck
Tipps für Maximum Flavor
Ideal für Kurzgarung & Finish.
Citral ist sehr instabil. Zitronenmyrte daher nur kurz garen oder erst gegen Ende in fetthaltige Gerichte geben.
Längeres Erhitzen zerstört die Zitrusnoten – übrig bleiben dominante Eukalyptus- und Kampferaromen.